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Kulturverein Wonneberg

 

 

Der Kulturverein Wonneberg e.V. entstand aus dem Orgelfördervereins St. Leonhard e.V. und wurde 2018 gegründet. Aufgabe und Zweck des Vereins ist die Pflege, der Erhalt, die Förderung und Unterstützung des kulturellen Lebens in der Gemeinde Wonneberg und der Kuratie St. Leonhard.

 

Die Förderung aller Musik- und Kulturformen, sowie die enge Zusammenarbeit mit anderen musikalischen und kulturellen Gruppen ist das Vereinsziel. Der Verein hat es sich auch zur Aufgabe gemacht, das von der Gemeinde Wonneberg angestrebte Bürgerhaus mit kulturellem Leben zu füllen. Des Weiteren gehört zum Vereinsziel die Förderung und Unterstützung des Nachwuchses.

 

Kulturverein Wonneberg - Vorstand

  Bild: Der Vorstand des Kulturvereins, von links nach rechts:

 

Schatzmeister:          Markus Mühlthaler
Schriftführer:            Herbert Purzeller
Vorsitzender:            Manfred Huber (Tel. 0171/7064024, Mail: )
Stellv. Vorsitzender: Andreas Fenninger

 

Der Kulturverein bietet weiterhin den vom Orgelverein ins Leben gerufenen „Orgelwein“ an, er kann bei folgenden Personen bezogen werden:

 

Hans Poller (Tel. 08681/45384)

Heike Schleicher

Regina Wegscheider

Martin Riedl

 

Wir freuen uns über jeden Unterstützer des Vereins! Um Mitglied zu werden füllen Sie bitte das Formular "Antrag auf Mitgliedschaft" aus und lassen es dem Vorsitzenden zukommen!

 


 

Berichte zum Kulturverein Wonneberg

 

Weitere Berichte

 


 

Fotogalerie zum Thema "Kulturverein Wonneberg"

Weitere Bilder

 


 

 

Leonharder Goaßlschnalzer

 

 

schnalzerFoto: Erwin Mertl, Firma EMOVIES24

 

 Chronik Leonharder Goaßlschnalzer

 

Im Spätsommer 1985 beschlossen auf besonderem Zutun von Martin Fenninger sechs junge Männer aus Wonneberg, sich eine Goaßl zu kaufen und eine Goaßlschnalzergruppe zu gründen.

 

Das Goaßlschnalzen kommt ursprünglich von den Fuhrleuten, die sich früher mit Peitschenknällen gegenseitig verständigten und sich mit dem Schnalzen einer Melodie auf den Fahrten die Zeit vertrieben. Nach dem Aufkommen von Kraftfahrzeugen ging dieser Brauch verloren. 1963 wurde dieser aber von den Priener Goaßlschnalzern wiederbelebt, indem sie die Schnalzertakte mit Musik hinterlegten.

 

Unter der Leitung von Paul Mayer aus Siegsdorf begannen noch im selben Sommer dann die ersten Proben, sodass sie nach einem Jahr beim Feuerwehr-Gartenfest in St. Leonhard ihren ersten Auftritt hatten. Die Gründungsmitglieder waren neben Michael Frumm-Mayer und Martin Gaisreiter, die für die musikalische Begleitung auf der diatonischen Ziach verantwortlich waren, Martin Fenninger, Albert Fenninger, Leonhard Fenninger, Franz Fenninger, Johann Poller und Herbert Mühlbacher. Die Gruppe fand und findet auch immer wieder Zuwachs, sodass es die Gruppe nun schon seit fast 30 Jahren durchgehend gibt. 2010 übernahm Thomas Poller den Posten des 1. Vorsitzenden von Martin Fenninger, der dieses Amt 25 Jahre lang bekleidete.

 

Jedes Jahr findet bayernweit sowohl ein Einzel- als auch ein Gruppenpreisschnalzen statt. Der größte Erfolg der St. Leonharder war der 5. Rang 1992 bei der 4. Bayerischen Meisterschaft. Beim Einzelpreisschnalzen belegte 1989 Albert Fenninger den 5. Platz, 1990 Martin Fenninger den 3. Rang.

 

Die Leonharder Goaßlschnalzer treten zudem jedes Jahr im Sommer bei den Heimatabenden im Kurhaus in Waging auf. Die Höhepunkte der letzten Zeit waren neben den alljährlichen Auftritten in Faistenau am Hintersee ein Auftritt mit Fernseh-Live-Übertragung bei der Historischen Wies’n beim Oktoberfest in München und das Mitwirken beim Imagefilm für die Waginger See-Region.


Für weitere Infos

wenden sie sich gerne an unseren Vorstand Thomas Poller:
Tel.: 08681/471448   Email:

 

 

Krieger- und Soldatenkameradschaft Wonneberg

 

 

Krieger- und Soldatenkameradschaft WonnebergDie Krieger- und Soldatenkameradschaft St. Leonhard am Wonnenberg wurde im Jahre 1922 als Krieger- und Veteranenverein von den Kriegsheimkehrern des 1. Weltkrieges gegründet. Die Vereinsziele waren damals, den 43 gefallenen und 21 vermissten Kameraden zu gedenken und ihnen ein Kriegerdenkmal zu errichten, sowie eine Fahne zu beschaffen. Das Kriegerdenkmal an der Pfarrkirche St. Leonhard wurde 1951 mit den Namen der Gefallenen des 2. Weltkrieges ergänzt. Die Vereinsziele heute verschreiben sich der Mahnung für den Frieden und dem Gedenken aller Opfer der Weltkriege, sowie der Pflege der Kameradschaft und der Mitgestaltung der gesellschaftlichen Entwicklung der Gemeinde.

 

Aktivitäten und Vereinsleben:

  • Jährliche Berg- oder Radltour anlässlich des Vatertags
  • Vereinsmeisterschaft im Kleinkaliberschießen
  • Mitveranstalter des Gartenfestes am Dorfplatz
  • Jährliche Bergtour zur Kampenwand
  • Organisator eines 2-tägigen Vereinsausfluges
  • Mitgestaltung des Ferienprogramms
  • Teilnahme an Festen der vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Rupertigaus
  • Jährliche Haussammlung zu gunsten des Volksbundes der Kriegsgräberfürsorge
  • u.v.m.


Mitglied kann werden, wer Gemeindebürger ist und Grundwehrdienst oder freiwilligen Wehrdienst geleistet hat.
Jährlicher Mitgliedsbeitrag: 10 €

 

Vorstandschaft

v ksk41. Vorstand:   Michael Eder
2. Vorstand:   Josef Mayr jun.
Kassier:          Christian Dumberger
Schriftführer: Franz Fenninger

 

Kontaktadresse:

Eder Michael, Rudolf-Müller-Weg 8, 83379 St. Leonhard am Wonneberg, Tel.: 08681/4780654

 

Leonhardiverein Wonneberg

 

Der Verein

(Bericht von Bernhard Dirscherl)

Leonhardiritt in Wonneberg

 

Der Leonardiverein Wonneberg hat es sich zum Ziel gesetzt, die seit dem 15. Jahrhundert bestehende Tradition des Wonneberger Leonhardi-Rittes zu pflegen und zu erhalten. Man ist daher versucht, ihn für einen der ältesten Ortsvereine Wonnebergs zu halten. Tatsächlich ist er aber einer der jüngsten.

Nach den Aufzeichnungen von Ortsheimatpfleger Leonhard Wimmer war das Leonhardi-Gotteshaus auf dem Wonneberg früher eine weitum bekannte Wallfahrtsstätte, die alljährlich von vielen Bauern zu Fuß oder zu Pferd aufgesucht wurde, um dort Schutz und Segen für die Haustiere, insbesondere für die Pferde, zu erbitten. Im Jahreslauf begannen diese Leonhardi-Wallfahrten jeweils an Ostern und endeten im Herbst. Die meist berittenen Pilger kamen u.a. aus Siegsdorf, Inzell, Traunwalchen, Surberg und Ostermiething. Den Abschluss des Wallfahrtsjahres bildete stets der Patroziniums-Ritt in St. Leonhard selbst. Diese Tradition endete erst im Jahre 1881, als das Erzbischöfliche Ordinariat München die Leon- hardi- Wallfahrten verbot. Davon unberührt blieb allerdings der Leonhardi-Ritt am 6. November, zu dem auch weiterhin viele auswärtige Teilnehmer mit ihren Pferden nach St. Leonhard kamen. Die Zusammenstellung des Rittes blieb durch Jahrzehnte fast unverändert. Der Festwagen mit dem hl. Leonhard wurde vom Kraft in Köpfelsberg, der Isidor-Wagen vom Schrott in Oberwendling und der Bruder-Konrad-Wagen vom Gänsberger gefahren. Verschiedene Motivwagen, die sich im Laufe der Zeit änderten, wurden von einzelnen Ortschaften gestellt. Hinzu kamen natürlich die Reiter auf ihren Bauernrössern, deren Zahl sich in den letzten Jahren bei etwa 150 eingependelt hat. Als Festkapelle war neben der Leonharder Blasmusik, die später von der Musikkapelle Surberg-Lauter abgelöst wurde, immer auch die Ottinger Blaskapelle dabei.


 Leonhardiritt in Wonneberg

Doch vor nicht allzu langer Zeit schien auch für den Leonharder Ritt das Aus gekommen zu sein. Durch die fortschreitende Technisierung der Landwirtschaft in den 50er und 60er Jahren war das Pferd mehr und mehr durch den Traktor ersetzt worden. Der Pferdebestand war dadurch drastisch zurückgegangen, und die auswärtigen Ritteilnehmer blieben nach und nach fast ganz aus. Die Wonneberger selbst hielten zwar noch über Jahre treu an ihrem Umritt fest, als aber im Jahre 1966 die Anzahl der Pferde im Gemeindegebiet auf nur wenige zusammengeschrumpft war, zeichnete sich auch für den traditionsreichen Leonharder Ritt das Ende ab. Zum Glück wurde es nur eine sechsjährige Zwangspause.

Einen überraschenden Neubeginn brachte dann das Jahr 1973. Auf Anregung von Kurat Nikolaus Dorfner wurde ohne große Vorbereitungen ein Ritt angesetzt und durchgeführt, und es kamen zur Freude der Leonharder 30 Pferde. Es waren zwar keine Pferde mehr, die dem Bauern bei der Feld- und Waldarbeit halfen, so wie in früheren Zeiten, sondern es waren Reitpferde, die für Freizeit und Sport im Stall standen. Durch diese positive Wende in der Beziehung zwischen Mensch und Pferd ermutigt, kam es am 28. 12. 1973 zur Gründung des Leonhardi-Vereins Wonneberg, um die jahrhundertealte Tradition des Wonneberger Leonhardi-Rittes neu zu beleben und für die kommenden Generationen zu erhalten.

 

 

 

Umrittsbräuche - Leonhardi Ritte

(von Leonhard Wimmer)

 

Leonhardiritt in WonnebergDas Pferd, das edelste aller Geschöpfe und seit uralter Zeit dem Menschen dienstbar gemacht, galt schon bei unseren heidnischen Vorfahren als den Göttern geheiligt. Umritte gab es schon lange bevor bei uns das Christentum Fuß gefasst hatte. Wie vielen Bräuchen aus der vorchristlichen Zeit, hat die Kirche auch diesen Umritten einen christlichen Sinngehalt gegeben, und das gläubige Volk hat diese Bräuche durch viele Generationen weitergegeben. Die Wertschätzung, ja man kann sagen, die Verehrung, die man dem Pferd entgegenbrachte, zeigt sich daran, dass das Pferd als Träger segenspendender Eigenschaften betrachtet wurde. An einigen Orten wurden die Pferde, wo es die baulichen Verhältnisse des Gotteshauses erlaubten, durch das Kircheninnere, also vor das Angesicht des Allerheiligsten geführt.

 

Die Umritte der christlichen Zeit wurden entweder an bestimmten Tagen, wie zu Ostern, Pfingsten, am Antlaßtag oder in der Fastnachtszeit, abgehalten, häufig aber an den Festen der Heiligen, die das Patronat über die Ritte ausübten. Dies war in der alten Zeit nicht in erster Linie der heilige Leonhard, sondern vor allem Georg, Martin und Stephan, sowie noch ein paar Dutzend Heilige, von denen uns bei manchen kaum die Namen geläufig sind, wie Magnus, Gangoli Eligius, diese allerdings nur im außerbayerischen Raum. Bei uns in St. Leonhard am Wonneberg war der Ritt ursprünglich ein Osterritt, lange bevor Leonhardi-Ritte üblich wurden. Erst ab dem 17. Jahrhundert verdrängte Leonhard in Altbayern, Österreich und Schwaben die anderen Pferdepatrone und wurde zum absoluten Roßheiligen, der bei uns so hohe Verehrung erlangte, dass man ihn den "Bayerischen Herrgott" nannte.

Leonhardiritt in Wonneberg

In Oberbayern stehen von den 141 Orten, in denen Umritte üblich sind oder waren 78, also mehr als die Hälfte, unter dem Schutz des heiligen Leonhard. In Niederbayern waren von den 62 festgestell- ten Ritten immerhin noch 29 Leonhardi-Ritte. Neben den Leonhardi-Ritten, die immer am Fest des Heiligen, also am 6. November, abgehalten wurden, gab es bei uns in Oberbayern 27 Stephani-Ritte, 7 zu Ostern (der Traunsteiner Georgi-Ritt ist in Wirklichkeit ein Osterritt), 7 zu Georgi, wie in St. Georgen an der Traun, 3 Martini-Ritte und 3 Pfingst-Ritte.

Umritte mit mehr oder weniger kirchlich-religiösem Charakter gab es zu allen Zeiten und überall in Europa, auch außerhalb der deutschen Bundesländer, so z.B. in Anderlecht bei Brüssel, in zwölf Provinzen Frankreichs, in Schweden am Stephanitag und im zaristischen Russland am Tag des hl. Johannes. In Madrid wurde durch einen Umritt das Fest des heiligen Antonius des Einsiedlers gefeiert. Die mohammedanischen Araber, Bedunien und Palästinenser begingen am 20. Juni mit Umritten religiöse Feste, und die Perser hielten ihre Umritte am Tag des Frühlingsanfangs. Im fernen Cusco in Peru wer- den seit Jahrhunderten die Pferde vom Priester gesegnet.

Nirgendwo aber, außer bei uns in Altbayern und Österreich, finden Ritte zu Ehren des heiligen Leonhard statt.

 

 

Der Roßsegen

(von Leonhard Wimmer)

Roßsegen 1957 - Leonhardiritt in WonnebergDer Roßsegen unterscheidet sich von allen anderen Segnungen durch die feierliche Form, in der er gespendet wurde. Man könnte fast von einer Weihe und nicht einer Segnung sprechen. Segnung be- deutet ja, die Gnade Gottes auf ein Tier oder einen Gegenstand herabrufen, Weihe hingegen, ein Geschöpf oder einen Gegenstand (z.B. eine Kirche) in den Dienst Gottes zu stellen. Besonders in den altbayerischen Diözesen Passau, das ja bis 1785 ganz Ober- und Niederösterreich mitumfasste, und Salzburg, wozu auch unsere Gegend und Kärnten und die Steiermark gehörten, wurde der Pferdesegen in der gleichen feierlichen Form und zum Teil sogar im gleichen Wortlaut gespendet, wie die Salz- und Wasserweihe am Vorabend des Dreikönigstages. Es war sogar üblich, die vor die Kirchentür geführten Pferde unter Auflegung der Hände des Priesters mit soeben geweihtem Wasser zu besprengen, wobei die feierliche Segensformel gesprochen wurde. Es ist klar, daß sich dabei viel Aberglaube breit machte, und so verbot der Passauer Bischof 1470 die Weihe, während der Salzburger Erzbischof 1496 sie neu anordnete.

Der aus dem 11. Jahrhundert stammende Roßsegen ist in der Kirchenchronik nachzulesen. Eine aus Freising stammende Segensformel, ebenfalls entstanden im 11. Jahrhundert, zählt zu den Übeln, vor denen die Pferde geschützt werden sollen, den "Bösen Blick", die (heidnischen) Opferschauer (aruspices) und die Verhexung.

Das Rituale Romanum aus dem Jahre 1896 hat die Segensformel stark abgeschwächt und die seit 1930 übliche nimmt sich gegen die früheren etwas blutarm aus.

 

 

Geschichte unserer Leonhardi Ritte

(von Leonhard Wimmer)

 

Die Entstehung unserer Oster- und Leonhardi-Ritte sowie der vielen Wallfahrten zu unserer Kirche liegt im geschichtlichen Dunkel. Urkunden oder Berichte darüber sind vor dem Jahre 1784 nicht vorhanden. Wir können nur indirekt nachweisen, daß unsere Ritt-Tradition älter als 500 Jahre sein muss.

Im Pfarrarchiv Tengling befindet sich die Abschrift eines päpstlichen Breves, datiert vom 25. Februar 1489, dem Erbauungsjahr unserer jetzigen Kirche. Das Breve ist im speziellen Auftrag Papst Innozenz VIII. vom Kardinalbischof Julianus unterzeichnet. Darin wird den Tenglingern und Tachingern weiter erlaubt, ihren Osterritt abzuhalten. Zwei Sätze darin sind für uns wichtig: Es heißt, dass solche Ritte auch in anderen benachbarten Orte üblich sind ("prout etiam in aliis vicini.s locis") und dass sich kein Mensch daran erinnern kann, dass diese Ritte nicht stattgefunden hätten ("Jam dudum per tanta et ante longissima tempora ex quibis quasi memoria hominum non existit"). Einer dieser benachbarten Orte, die "seit unvordenklichen Zeiten" Ritte abhielten, muss unser St. Leonhard gewesen sein. Wie könnte man es sich sonst erklären, das ein Dorf, dass seit Jahrhunderten nur drei Höfe zählte - Posch, Lenz und Mesner - ein für die damaligen Verhältnisse so geräumiges Gotteshaus mit aufwendiger Einrichtung, ausgestattet mit Fresken und Gemälden des berühmten Laufener Malers Gordian Guckh, hätte errichten können, wenn nicht lange Zeit vorher eine blühende Wallfahrt bestanden hätte.

Auf Grund dieser Überlegungen müssen wir annehmen, daß unsere Wallfahrt schon seit 500 bis 600 Jahren besteht. Durch sie wurde der Reichtum unserer Kirche begründet, der bis zur Inflation nach dem 1. Weltkrieg anhielt.

Aus der Zeit um 1750 stammt ein Leonhardi-Lied:Leonhardiritt 1958 in Wonneberg

 

Sankt Leonhard sey dieser Mann,
der also miltreich zugethan,
dem Vieh, den Küh, den Rossen:
Deswegen hie zue Dankbarkeit
auch nach verwichner Sommerzeit
noch jährlich gar viel Hüeter
ihm opfern ihre Güeter.
 

 

Blaskapelle St. Leonhard

 

 

 

Blaskapelle anno 1928

 

Balskapelle heuteDamals und heute 

 

 

Bild links:
Blaskapelle St. Leonhard im Jahre 1928.

 

 Bild rechts:
Blaskapelle St. Leonhard heute mit „Ehren-Musikant“ Pfarrer Thomas Frauenlob.

 

 

Die Chronik

(Ein Bericht von Sepp Eder -  alle Fotos: Archiv Eder)

 

Eine Fotografie, die um das Jahr 1924 entstanden sein muss, belegt die Existenz der Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg. Allerdings dürfte die Kapelle schon vorher bestanden haben, da bereits in einem Zeitungsartikel anlässlich des Veteranenverein-Gründungsfestes im Jahre 1922 von einer Musikkapelle zu lesen ist. Es ist anzunehmen, daß die Kapelle kurz nach Ende desDie Musikkapelle St. Leonhard um 1924 1. Weltkrieges entstand, gibt es doch keinerlei Hinweise auf ein Bestehen davor. Matthias Fuchs, Irgbauernsohn aus Oberhalling, später Urbanwirt (Nöhuber), Weibhausen, leitete die Kapelle, der weitere zehn Musikanten aus der Gemeinde angehörten. Matthias Fuchs bildete die Musikanten an den Blasinstrumenten aus, gab aber auch Zitherunterricht. Die Basstuba für die junge Kapelle spendierte der Hoisenbauer von Hellmannsberg, Andreas Eder. Dieses teure Instrument wäre wohl ohne diese Unterstützung unerschwinglich gewesen.

 

Bild links: Die Musikkapelle St. Leonhard um 1924.

 

 

Im Jahr 1926 übernahm Heinrich Wimmer, St. Leonhard, die Leitung der Kapelle. Er war ein Sohn der Poschbauernfamilie aus St. Leonhard, der aber in der Familie Tradler, St. Leonhard, aufgewachsen ist. Ein Jahr später übernahm er zusätzlich die Leitung des Kirchenchores und die Tätigkeit des Organisten, nachdem er ganze drei Monate einen Organistenkursus in Altötting besucht hatte. Außerdem komponierte und arrangierte Heinrich Wimmer Stücke für die Blaskapelle. Aus dieser Zeit sind noch vier Märsche aus seiner Hand erhalten. Die wöchentlichen Proben wurden in jenOriginalhandschrift von Heinrich Wimmer „Gruß an St. Leonhard“en Tagen abwechselnd bei den Mitgliedern abgehalten. Die Musikfreunde hatten es nicht einfach, denn man wohnte weit verstreut, und die Wege zu den Proben und den Auftritten musste man mitsamt den Instrumenten zu Fuß zurücklegen. Am 16. August 1931 nahmen drei Mitglieder der Musikkapelle, Heinrich Wimmer, St. Leonhard, Engelbert Maier, Unterwendling, und Josef Anfang, Brunnstadt, mit Unterstützung von Franz Fenninger, Plattenberg, am "Oberbayrischen Preissingen" in Traunstein teil. Mit dem selbstverfassten Lied "Die Bauernknechte" belegte der Viergesang einen beachtlichen 8. Platz unter 43 Gruppen.

 

Bild rechts: Originalhandschrift von Heinrich Wimmer „Gruß an St. Leonhard“

 

Die Kapelle spielte auf Hochzeiten, jeder Art von Tanzveranstaltungen, Pferdeumritten und Vereinsfesten, denn es gab in jener Zeit keinerlei Alternativen zu diesen kleinen bäuerlichen Blaskapellen. In mühevoller Arbeit musste der Kapellmeister immer wieder junge Musikanten selbst ausbilden, um den Bestand der Kapelle zu sichern.  Mit dem Wegzug von Heinrich Wimmer nach Marquartstein 1938 und dem Beginn des 2. Weltkrieges verstummte auch die Musik in Wonneberg, musste doch ein Großteil der Musikanten ins Feld ziehen.

 

Nach den Wirren des Krieges fand sich zunächst niemand zum Neuaufbau der Musikkapelle; der frühere Musikleiter stand nicht mehr zur Verfügung, andere führende Kräfte aus der Vorkriegsbesetzung waren nicht heimgekehrt oder noch in Gefangenschaft. Erst im Sommer 1948 formierte sich eine neue Kapelle um Peter Fenninger aus Plattenberg und Martin Mühlbacher aus Ramgraben. Beide hatten mit Trompete und Ziehharmonika kleinere Veranstaltungen bestritten. Zwei weitere Mojersöhne aus Plattenberg, Paul und Alois, traten der Kapelle bei. Alois Wimmer aus Aichberg schlug die große Trommel dazu. Viele Probleme bereitete in dieser schwierigen Zeit die Beschaffung von brauchbaren Instrumenten und Notenmaterial. So manches Pfund Lebensmittel wechselte dafür den Besitzer. Die Kosten von DM 120,00 für die große Trommel übernahm der Mojervater, Peter Fenninger sen.. Engelbert Maier aus Greinach wurde als Trompeter die große Stütze, hatte er doch der Kapelle schon vor dem Krieg angehört und entsprechende Erfahrung. Mit dieser Besetzung stellte sich die Blaskapelle am 24. 01. 1949 bei der Hochzeit der Roglmeierleute aus Egerdach wieder der Öffentlichkeit vor; Dirndl-, Weiberkranzl, Feuerwehrball und Maitanz folgten. Nach den ersten Erfolgen drängte Peter Fenninger auf Erweiterung zu einer kompletten Blaskapelle. Zwei Spätheimkehrer aus dem Krieg schlossen sich wieder der Kapelle an. Johann Mayr aus Hellmannsberg spielte Bass und Josef Anfang aus Brunnstadt wieder Posaune. Martin Mühlbacher, Ramgraben, lernte Tenorhorn. Die erst Musikprobe der großen Besetzung fand beim Mesnerbauern in St. Leonhard statt. Das Programm umfasste jetzt bereits zwei Märsche, vier bis fünf Polkas und ein Landlerheft. Alles andere, wie Lieder und Volks- und Bauerntänze, wurde auswendig gespielt. Bereits am Veteranenjahrtag, im September 1949, spielte diese Besetzung auf. Viele Hochzeiten, Kranzl, Kirchenzüge und Pferdeumritte in St. Leonhard und Traunstein folgten. Ständig wurden neue Musikanten ausgebildet und in die Kapelle aufgenommen.


     Leonhardi-Ritt 1951          Faschingszug in St. Leonhard, 1955

Bild links: Leonhardi-Ritt 1951                                      

 

 

 

 

Bild rechts: Faschingszug in St. Leonhard, 1955

 

 

Als 1956 Peter Fenninger heiratete und nach Waging umzog, drohte der Musikkapelle die Auflösung. Nicht nur die Stelle des Musikleiters war vakant; es fand auch am 13.10.1956 beim Wirt in St. Leonhard zum letzten Mal eine "Laute Hochzeit" statt. Aus Platzgründen sollten die Hochzeiten nun im Postsaal in Waging gefeiert werden. Alois und Paul Fenninger gelang es, Johann Schmid, Jungbauer aus Oberhalling, ein Mitglied der Surberger Musik, als neuen Leiter der Kapelle zu gewinnen. Die Proben wurden jetzt beim Wirt in St. Leonhard abgehalten, was vor allem der Geselligkeit zugute kam. Johann Schmid führte die Kapelle 10 Jahre. Am 29.10.1966 spielte die Kapelle zum letzten Mal als Hochzeitsmusik. Neue Stilrichtungen, allen voran die Oberkrainer-Besetzungen, machten nicht nur der St. Leonharder Musikkapelle zu schaffen. Nur noch zu kirchlichen Anlässen fanden sich die Musikanten zusammen.

Auf Betreiben von Kurt Grengel aus Oberwendling, I. Vorstand des Veteranenvereins, wurde die Kapelle 1979 von Alois Maier-Fenninger und Josef Huber jun. aus Untermoosen wieder neu belebt. Hauptgrund war das Fehlen einer eigenen Musik bei Beerdigungen von Vereinsmitgliedern. In mühevoller Arbeit wurde die Kapelle von ehemaligen und neuen Musikanten wieder aufgebaut. Zum wiederholten Mal mussten Instrumente und Notenmaterial beschafft werden. Die musikalische Leitung übernahm Johann Greisberger aus Enzersdorf. Um die Organisation der Kapelle kümmern sich seit 1986 Josef Eder aus St. Leonhard und Albert Horner aus Egerdach.

Gründungsfest der Krieger- und Soldatenkameradschaft St. Leonhard, 1992

 

 

Bild rechts: Gründungsfest der
Krieger- und Soldatenkameradschaft St. Leonhard, 1992

 

 

Das 70jährige Gründungsfest der Kapelle wurde am 16.04.1994 mit einem feierlichen Festgottesdienst und anschließendem Festakt im Gasthaus Gruber in Weibhausen gefeiert. Zum Höhepunkt des Festabends wurde der Auftritt von neun jungen Musikanten der Kapelle, die zu Ehren der zahlreich anwesenden Ehemaligen in der Besetzung von 1950 aufspielten. Mit Hilfe der Originalnoten und ohne vorheriges Einstudieren des Marsches "Gruß in die Ferne" sowie den zwei Polkas "Tippelbrüder" und "Fidele Bauern" aus dem Repertoire der 50iger Jahre gelang es, die verblüfften Zuhörer für einen Augenblick in diese Zeit zurückzuversetzen. Besonderer Dank wurde Josef Anfang aus Brunnstadt zuteil. Von 1926 an hat er 68 Jahre der Musikkapelle die Treue gehalten. Mit 82 Jahren legte der "Brunnstadter Sepp" am Festabend seine Basstuba aus der Hand.


70 Jahre Musikkapelle St. Leonhard, 16.04.1994

 

Zum 70. Gründungsfest erstellte Josef Eder eine Chronik der Musikkapelle St. Leonhard am Wonneberg. Größtenteils sind die 20 Mitglieder, die heute der Kapelle angehören, in auswärtigen Musikkapellen tätig, spielen aber zu allen kirchlichen und weltlichen Anlässen ihrer Wonneberger Heimat auf.

 

 

Bild links: 70 Jahre Musikkapelle St. Leonhard, 16.04.1994