Sonntag, 31 Mai 2020 13:40

Filialkirche in Kirchhalling wird renoviert

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Die Filialkirche in Kirchhalling ist derzeit komplett von einem gewaltigen Gerüst umgeben.|Die etwa 50 Jahre alten Zedernholz-Schindel sind von Wind und Wetter schon arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Hier, von links, Planer Martin Jobst, Kirchenpfleger Heinrich Thaler und Pfarrer Andreas Ager bei einer Begehung auf dem Gerüst.||Pfarrer Andreas Ager (rechts) und Kirchenpfleger Kirchenpfleger Heinrich Thaler begutachten den Turm der Kirchhallinger Kirche.|||| Die Filialkirche in Kirchhalling ist derzeit komplett von einem gewaltigen Gerüst umgeben.|Die etwa 50 Jahre alten Zedernholz-Schindel sind von Wind und Wetter schon arg in Mitleidenschaft gezogen worden. Hier, von links, Planer Martin Jobst, Kirchenpfleger Heinrich Thaler und Pfarrer Andreas Ager bei einer Begehung auf dem Gerüst.||Pfarrer Andreas Ager (rechts) und Kirchenpfleger Kirchenpfleger Heinrich Thaler begutachten den Turm der Kirchhallinger Kirche.|||| Foto: Eder Hans|Foto: Eder Hans|Foto: Eder Hans|Foto: Eder Hans||||

Die Kosten von rund 800 000 Euro trägt großteils das Ordinariat – Lange Planungsphase

Wonneberg. Bei der Filialkirche in Kirchhalling – Gemeinde Wonneberg / Pfarrei Otting – beginnen nun nach jahrelangen Planungen, Vorarbeiten und Antragstellungen endlich die Renovierungsarbeiten. Dabei geht es hauptsächlich um die Erneuerung der Holzschindel an Turm, Dach und Fassade, außerdem um Ausbesserungen am Dachstuhl. Die Arbeiten sind auf rund 800 000 Euro veranschlagt, das Ordinariat gibt dazu einen Zuschuss in Höhe von 95 Prozent. So bleiben für die Pfarrei Otting, zu der Kirchhalling gehört, noch rund 40 000 Euro, die großteils über Spenden aufgebracht werden müssen. Die Gemeinde Wonneberg gibt dazu einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro.

 

Seit gut einer Woche ist das Kirchlein komplett von einem gewaltigen Gerüst umgeben, das die Arbeiter der Erdinger Firma Westermaier aufgestellt haben. Nun wartet man in der Pfarrei darauf, dass die Zimmerer-Firma Klammer aus dem benachbarten Oberhalling mit der Arbeit beginnt. Ende September, so hofft Kirchenpfleger Heinrich Thaler, sollte die Renovierung abgeschlossen sein, und dann, so seine Vorstellung, wolle man – wenn Corona es bis dahin erlaubt – ein Riesenfest feiern.

 

Denn seine Vorgänger in der Kirchenverwaltung hatten schon jahrelang darauf hingearbeitet. Die komplizierte Antragstellung, die Genehmigungsverfahren in München in Zeiten einer kompletten Umstellung der Vorgaben des Ordinariats, das Einschalten eines Projektsteuerers und manch anderes bürokratisches Monstrum mehr haben die Vorbereitungsphase auf Jahre hinaus verlängert. „Wir sind froh, dass wir trotz der Wahnsinns-Bürokratie, trotz des Denkmalamtes und trotz des Projektsteuerers nun endlich anfangen können“, macht Pfarrer Andreas Ager aus seinem Herzen keine Mördergrube. Und auch Kirchenpfleger Thaler ist nun erleichtert, dass alle bürokratischen Hemmnisse so gut wie beseitigt sind. Auch wenn aufgrund des langwierigen Verfahrens nunmehr die Nebenkosten schon an die 30 Prozent der Bausumme ausmachen, was man den Gläubigen in der Pfarrei, die um Spenden für die Renovierung gebeten werden, nur noch schwer vermitteln könne.

 

Lediglich wegen des Streichens der Mauer nach Beendigung der Bauarbeiten gibt es noch Vorbehalte seitens der Denkmalpflege. Offenbar will man dort, dass die Fassade nicht komplett gestrichen wird, sondern dass nur Schadstellen ausgebessert werden. In Otting dagegen hat man sich in weiser Voraussicht bereits vergangenes Jahr nach dem Kalkbrennerfest eine ausreichende Menge des in Kirchenmalerkreisen hochgeschätzten Diepertinger Kalks gesichert, dafür extra eine Kalkgrube gebaut. Nun will man zum einen diesen Kalk verwenden, nicht etwa – wie sonst meist üblich – Kalk aus Südtirol importiert haben, und zum anderen will man die Kirchenmauer komplett anstreichen. Pfarrer Ager ist hoffnungsfroh, dass man gerade mit dem Argument des eigenen Kalks das Denkmalamt überzeugen kann.

 

Zunächst aber geht es jetzt um die konkreten Arbeiten. Die Dachschindel sind, wie sich bei einer Begehung zeigte, an der auch Planer Martin Jobst teilnahm, schon recht marode, teilweise ist auch schon etwas Feuchtigkeit ins Innere des Kirchleins gedrungen. Vor allem hat, wie gut zu sehen war, der Specht hier offensichtlich die Schindel mit Bäumen verwechselt und ansehnliche Löcher verursacht, vielleicht aber haben sich tatsächlich dahinter Insekten eingenistet, die sich der Specht nach seiner anstrengenden Arbeit dann schmecken ließ.

 

Die Schindel, um 1970 verlegt, waren, wie Kirchenpfleger Thaler erklärte, aus Zedernholz und sind gesägt worden. Die neuen Schindeln dagegen werden aus einheimischem Lärchenholz sein, das gespalten wird; dabei wird das Holz entlang der Faser getrennt und bleibt somit in der ganzen Schindellänge unzerstört erhalten. Dadurch verbessert sich die Haltbarkeit deutlich. Das Dach, der Zweibelturm, übrigens 25 Meter hoch, und die Fassaden werden komplett neu mit Schindeln versehen. Weitere Arbeiten betreffen die Reinigung der Dachrinnen, die allerdings, da aus Kupfer, größtenteils erhalten bleiben können, außerdem kleinere Ausbesserungsarbeiten an den Fenstern. Der Turmkreuz und die darunter angebrachte Kugel sind bereits abmontiert und werden von Restaurator Christian Bauer aus Tabing rundherum verschönert. Außerdem muss die Kugel, die einen kleinen Riss aufwies, geschweißt werden, danach wird sie neu vergoldet.

 

Die Sankt Nikolaus geweihte Kirchlein, das die Ortsansicht prägt, stammt ursprünglich wohl aus dem 12. Jahrhundert, wurde seitdem aber mehrfach umgebaut. In dem hölzernen Glockenstuhl hängen zwei kleine Glocken von etwa 50 Zentimetern Durchmesser, wovon eine aus dem Mittelalter, die andere von 1788 stammt. Nach Abschluss der Renovierung wird das altehrwürdige, weithin sichtbare Gotteshaus, wie Pfarrer Ager abschließend hoffnungsfroh feststellte, wieder in neuem wunderschönem Glanz erstrahlen. he

 

Gelesen 1899 mal Letzte Änderung am Montag, 22 Juni 2020 11:18