Sonntag, 14 Juni 2020 16:01

Der mit der Motorsäge schnitzt

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Dieser übermannsgroße Löwe grüßt von Aichwies aus, wo der Motorsägen-Schnitzer Max Poschner jun. zu Hause ist, die Autofahrer am Kirchhallinger Berg.|Max Poschner jun. auf einer seiner vielen Hausbänke, umgeben von vielen Schnitzereien einschließlich der ausgehöhlten Stämme, die zu Hochbeeten geworden sind.|Hier ist sein Rohstofflager: Besonders geformte Holzgebilde hat Max Poschner gesammelt, um aus ihnen eines Tages interessanten Skulpturen entstehen zu lassen.|Sieben Motorsägen, darunter eine spezielle Schnitzsäge mit dem spitzen Schwert, nennt Max Poschner sein eigen.|Ein Wikinger-Stuhl – auf lässt sich gut sitzen.|Dieses außergewöhnliche geformte Astgebilde schrie förmlich danach, meint Max Poschner, das aus ihm ein Nashornkopf entstehen sollte.|Schweine gibt es in Max Poschners Ausstellungsraum nicht wenige – die meisten dienen als „Spendensau“ mit ausgehöhltem Inneren.|Raubvögel gehören zum festen Bestand von Max Poschners Werk; die macht er auf Vorrat.|Dieses Motocross-Motorrad - in eine Hausbank integriert, naturgetreu bis hin zu den Stollen in den Reifen, die er noch dazu schwarz eingebrannt hat – ist Max Poschners umfangreichstes Werk; 45 Stunden hat er daran gearbeitet.|Dieser Holzstamm mit seinem markanten Ast wird – das weiß Motorsägenschnitzer Max Poschner schon jetzt – eines Tages eine Kaffeekanne.|Zwischen Wolfsberg und dem Gipfel des Zinnkopfs steht dieses schöne Kreuz, das förmlich aus einem Baumstumpf herauszuwachsen scheint.|Zwischen Wolfsberg und dem Gipfel des Zinnkopfs steht dieses schöne Kreuz, das förmlich aus einem Baumstumpf herauszuwachsen scheint.|||| Dieser übermannsgroße Löwe grüßt von Aichwies aus, wo der Motorsägen-Schnitzer Max Poschner jun. zu Hause ist, die Autofahrer am Kirchhallinger Berg.|Max Poschner jun. auf einer seiner vielen Hausbänke, umgeben von vielen Schnitzereien einschließlich der ausgehöhlten Stämme, die zu Hochbeeten geworden sind.|Hier ist sein Rohstofflager: Besonders geformte Holzgebilde hat Max Poschner gesammelt, um aus ihnen eines Tages interessanten Skulpturen entstehen zu lassen.|Sieben Motorsägen, darunter eine spezielle Schnitzsäge mit dem spitzen Schwert, nennt Max Poschner sein eigen.|Ein Wikinger-Stuhl – auf lässt sich gut sitzen.|Dieses außergewöhnliche geformte Astgebilde schrie förmlich danach, meint Max Poschner, das aus ihm ein Nashornkopf entstehen sollte.|Schweine gibt es in Max Poschners Ausstellungsraum nicht wenige – die meisten dienen als „Spendensau“ mit ausgehöhltem Inneren.|Raubvögel gehören zum festen Bestand von Max Poschners Werk; die macht er auf Vorrat.|Dieses Motocross-Motorrad - in eine Hausbank integriert, naturgetreu bis hin zu den Stollen in den Reifen, die er noch dazu schwarz eingebrannt hat – ist Max Poschners umfangreichstes Werk; 45 Stunden hat er daran gearbeitet.|Dieser Holzstamm mit seinem markanten Ast wird – das weiß Motorsägenschnitzer Max Poschner schon jetzt – eines Tages eine Kaffeekanne.|Zwischen Wolfsberg und dem Gipfel des Zinnkopfs steht dieses schöne Kreuz, das förmlich aus einem Baumstumpf herauszuwachsen scheint.|Zwischen Wolfsberg und dem Gipfel des Zinnkopfs steht dieses schöne Kreuz, das förmlich aus einem Baumstumpf herauszuwachsen scheint.|||| Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: Hans Eder|Foto: privat|Foto: Hans Eder|Foto: privat|Foto: privat||||

Max Poschner jun. zaubert aus Baumstämmen wahre Wunderwerke – Hat sich alles selbst beigebracht

Wonneberg. Wer in der Nähe des Weilers Oberleiten bei Otting am Waldrand spazierengeht, dem springt urplötzlich aus einem gesplitterten Baum eine riesige Eidechse entgegen – natürlich nur optisch. Aber dieses Tier, das da in halber Höhe auf einem selten großen Feldahorn hockt, ist ein echter Hingucker – und eine eindrucksvolle Visitenkarte für den Künstler: Max Poschner jun. aus Aichwies. Der 34-Jährige ist von Beruf, landläufig ausgedrückt, „Holzknecht“, und seit seinem 17. Lebensjahr ist die Motorsäge sozusagen sein verlängerter Arm.

 

Wer Aichwies kennt, das kleine Örtchen neben dem Kirchhallinger Berg, der sieht schon von weitem, wenn er den Berg hochfährt, dass hier ein Holzkünstler zu Hause ist. Direkt neben der Straße steht ein verwitterter, an die drei Meter hoher Löwe, das Bauernhaus im Hintergrund wird von mehr als einem Dutzend Holzskulpturen dekoriert. Hier wohnt Max Poschner mit seiner Frau Ramona und den vier kleinen Kindern, hier arbeitet er auch, und hier hat er sich den ehemaligen Stall des „Oachwieser“-Anwesens zu einem Ausstellungsraum ausgebaut. Der Besucher wird schon am Eingang von ein Nashornkopf begrüßt, drinnen stehen Auerhähne, Eulen, Schweine (meist als „Spendensau“ ausgewiesen und mit entsprechendem Hohlkörper versehen), Sterne, Schwammerl, Kerzen und Adler Spalier (unter anderem auch als dräuende Wächter als Seitenteile einer riesigen Hausbank) und, wenn man den Künstler freundlich bittet, nimmt er gern auch auf einem Wikingerstuhl Platz.

 

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt aus seinem ausgesprochen umfangreichen Werk, das er in knapp 20 Jahren künstlerischer Arbeit geschaffen hat, als Autodidakt, ohne jemals eine Fortbildung besucht zu haben. Die Anregung dazu kam von einem Arbeitskollege, der ebenfalls auf diese Weise künstlerisch gearbeitet hat: Ihm hat er ein bisschen über die Schulter geschaut und sich von ihm inspirieren lassen. Und seitdem ist er, wie er selber sagt, „davon nicht mehr weggekommen“, investiert ungezählte Stunden Freizeit, oft auch nach seiner Arbeit im Siegsdorfer Forst.

 

Schon bald sind von verschiedensten Seiten Interessierte auf ihn zugekommen, haben seine Skulpturen angeschaut und sie erworben, vielfach aber sind auch eigene Wünsche an ihn herangetragen worden, darunter ganz spezifische. Der Höhepunkt seiner Arbeit – zumindest vom Umfang, nämlich rund 45 Stunden lang – war ein Motocross-Motorrad, in eine Hausbank integriert, naturgetreu bis hin zu den Stollen in den Reifen, die er noch dazu schwarz eingebrannt hat.

 

Der wohl prominenteste Ort, an dem Werke aus der Poschnerschen Werkstatt stehen, ist die Kita des Bayerischen Landtags. Die Bayerischen Staatsforsten, bei denen der Künstler arbeitet, haben den dortigen Kindern zwei Holztiere zum Spielen geschenkt; Poschner hat dafür ein Pony und eine Wildsau ausgearbeitet. Die Wanderer in den heimischen Bergen kennen vielfach das imposante Holzkreuz, das aus einem Baumstamm herauszuwachsen scheint – zu finden an dem Forstweg zwischen Wolfsberg und dem Gipfel des Zinnkopfs. Auf eine Anregung des dortigen Senners hin hat Poschner, unterstützt von Kollegen seines Arbeitstrupps der Siegsdorfer Holzknechte, dieses wunderbare Kreuz geschnitzt, aus dem er in der Mitte mit seiner Motorsäge noch ein weiteres Kreuz herausgeschnitzt hat: Bei entsprechendem Sonnen- beziehungsweise Mondstand ergeben die jeweiligen Strahlen ein unvergessliches Bild.

 

Große Skulpturen entstanden auch bei Vereinsfesten. So ist der Löwe, der (neben dem Maibaum) sozusagen das Aichwieser Wahrzeichen bildet, ein Relikt vom 90. Jubiläum der Musikkapelle Kirchanschöring. Je zwei große Figuren – in dem einen Fall Musikanten, in dem anderen Fußballer – sind entstanden, als die Blaskapelle Jung-Otting, bei der er selbst als Musikant mit dabei war, ihr 40-jähriges und die DJK Otting ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert haben. Einer der Musikanten ist nach wie vor am Eingang des Gasthauses „Oberwirt“ in Otting zu bewundern.

 

Das ganze Umfeld um das Bauernhaus und das Zuhaus in Aichwies herum ist geprägt von Max Poschners Arbeit. Vor dem Zuhaus, in dem er mit seiner Familie wohnt, stehen Tische und Bänke aus mächtigen Holzstämmen, vor der Terrasse dienen zwei ausgehöhlte Stämme als Hochbeete, in einem Fall für Blumen, im anderen Fall für Salat. Neben einer Holzhütte ist ein reichhaltiges Sortiment eigenartig geformter Stämme aufgereiht, die sich Max Poschner von der Arbeit heimgenommen hat, weil er in ihnen bereits künftige originelle Kunstwerke erahnt hat. Und in der Werkstatt selbst, in der die Werke entstehen, liegen einsatzbereit sieben Motorsägen, eine davon eine spezielle Schnitzsäge mit dem spitz zulaufenden Schwert für besonders fieselige, kleinteilige Schnitzereien.

 

Die Beziehung zum Holz und damit wohl auch die Berufswahl zum Forstwirt, wie die „Holzknechte“ offiziell betitelt sind, hängen sicher zusammen mit dem Beruf des Vaters. Max Poschner sen. ist Revierförster hier in der Gegend. Ursprünglich war dieser am Schliersee tätig gewesen, dadurch sind Max Poschner jun. und seine drei Schwestern dort auf die Welt gekommen. Als der Bub 13 Jahre alt war, kam der Umzug zurück in die Heimat; denn seine Mutter Maria Poschner ist in Aichwies zu Hause.

 

Hier hatte er dann die notwendigen Räume zur Verfügung, um dieses Hobby – das sich, wenn man ihn so erzählen hört, schon mehr nach einem Nebenjob anhört – so exzessiv auszuüben. Und weil ihn die Menschen von weither und in der Umgebung sowieso mittlerweile kennen und seine Kunstfertigkeit und Kreativität schätzen, so ist auch Gabi Perschl aus Oberleiten auf ihn zugekommen, als der große, schiefgewachsene Feldahorn eines Tages abgebrochen war und der Stumpf aus dem Wald herausragte. Nachdem ihn sich Max Poschner eingehend angeschaut hat, entstand die Idee, aus dem Stamm eine übergroße Eidechse quasi herauskrabbeln zu lassen. Bei solch großen, neuen Werken geht es nicht ohne Skizzieren ab, schildert Poschner seine Vorgehensweise, nachdem er sich von Fotos den jeweiligen Objekten optisch genähert hat. Erst dann kann er mit der Motorsäge ans Werk gehen. Kleinere Skulpturen wie etwa seine Eulen oder Adler, die kann er inzwischen „auswendig“, da muss nicht mehr viel skizziert werden, das hat er längst im Gefühl. Da muss dann „nur noch“ gesägt werden. he

 

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