Mittwoch, 28 Oktober 2020 10:17

Einweihung neuer Kindergarten: „Lasst die Kinder zu mir kommen“

Unser Bild zeigt (von links): Die Kindergartenleiterin Birgit Bleibinger, die evangelische Pfarrerin Hannah von Schroeders, Bürgermeister Martin Fenninger und den Gemeindereferenten Martin Riedl, der die Räume mit Weihwasser segnet.|Dieses Kreuz erinnert unter anderem daran, dass Kinder die Zukunft der Kirche und des Gemeinwesens sind. Deshalb will die Gemeinde den ihr anvertrauten Kindern ein Haus bieten, in dem sich jedes einzelne wohl fühlt und sich seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend entfalten kann.|Bürgermeister Martin Fenninger hält die Begrüßungsansprache anlässlich der Einweihung des neuen Wonneberger Kindergartens, die im Freien stattfand. Im Hintergrund sind (von rechts) die Grundschüler Matthias Brandner, Ida Sorg und Julian Ramstötter zu sehen, die die Veranstaltung mit einem Gedicht und einer musikalischen Einlage bereicherten. Mit auf der Bank sitzt auch die Religionslehrerin Viktoria Schwarzer|Gemeindereferent Martin Riedl mit dem liebevoll gestalteten Kreuz.|Von links: Die Leiterin der neuen Einrichtung, Birgit Bleibinger mit Architekt Michael Mayer von der Traunsteiner Planungsgruppe Straßer.|Geladene Gäste|Die Leonharder Musikanten (von links): Hermann Eder, Franz Tradler, Konrad Eder und Wolfgang Parzinger.|||| Unser Bild zeigt (von links): Die Kindergartenleiterin Birgit Bleibinger, die evangelische Pfarrerin Hannah von Schroeders, Bürgermeister Martin Fenninger und den Gemeindereferenten Martin Riedl, der die Räume mit Weihwasser segnet.|Dieses Kreuz erinnert unter anderem daran, dass Kinder die Zukunft der Kirche und des Gemeinwesens sind. Deshalb will die Gemeinde den ihr anvertrauten Kindern ein Haus bieten, in dem sich jedes einzelne wohl fühlt und sich seinen individuellen Fähigkeiten entsprechend entfalten kann.|Bürgermeister Martin Fenninger hält die Begrüßungsansprache anlässlich der Einweihung des neuen Wonneberger Kindergartens, die im Freien stattfand. Im Hintergrund sind (von rechts) die Grundschüler Matthias Brandner, Ida Sorg und Julian Ramstötter zu sehen, die die Veranstaltung mit einem Gedicht und einer musikalischen Einlage bereicherten. Mit auf der Bank sitzt auch die Religionslehrerin Viktoria Schwarzer|Gemeindereferent Martin Riedl mit dem liebevoll gestalteten Kreuz.|Von links: Die Leiterin der neuen Einrichtung, Birgit Bleibinger mit Architekt Michael Mayer von der Traunsteiner Planungsgruppe Straßer.|Geladene Gäste|Die Leonharder Musikanten (von links): Hermann Eder, Franz Tradler, Konrad Eder und Wolfgang Parzinger.|||| Foto: Caruso|Foto: Caruso|Foto: Caruso|Foto: Caruso|Foto: Caruso|Foto: Caruso|Foto: Caruso||||

Kindergarten in Wonneberg eingeweiht

Wonneberg. Schon vor mehreren Wochen ist der neue Kindergarten mit Kinderkrippe in Wonneberg in Betrieb gegangen. Feierlich eingeweiht wurde das Gebäude Corona-bedingt jedoch erst in der vergangenen Woche. Dieses doch freudige Ereignis vereinte wenige ausgewählte Gäste, Kommunalpolitiker sowie Erziehungs- und Verwaltungspersonal bei gutem Einweihungswetter auf dem Außen- und Spielgelände des Kindergartens. Es war ein Festakt in schwierigen Corona-Zeiten, an dem Tag, an dem, der kritische Schwellenwert von 35 (Inzidenzwert) im Landkreis zu überschreiten drohte. Daher war ein sorgfältig ausgearbeitetes Hygienekonzept notwendig, das unter anderem die Zahl der Teilnehmer begrenzte und große Abstände zwischen den Sitzbänken gebot. Es war aber zugleich ein Festakt, der deutlich machte, dass Kindern, jener Platz eingeräumt wird, der ihnen zukommt: Sie sind in der weltlichen und kirchlichen Gemeinde herzlich willkommen!

 

Zum Ausdruck kam dies vor allem in der ökumenischen Andacht und in den Ansprachen, die neben dem Spiel der Musikanten, den fröhlichen Liedern der Kindergarten-Knirpse und den unterhaltsamen Einlagen von Grundschülern den offiziellen Teil des Festes abrundeten. Die musikalische Gestaltung oblag dabei den Leonharder Musikanten mit Hermann Eder, Wolfgang Parzinger, Franz Tradler und Konrad Eder.

 

„Mit unserer Einrichtung, für die wir im Juli 2018 den Grundstein gelegt haben, können wir den Kindern vom ersten Lebensjahr bis zum Ende der vierten Klasse nun eine schöne neue Heimat anbieten“, sagte Martin Fenninger, der in seinem Grußwort auch viele bewegende und anerkennende Worte für die pädagogische Arbeit des Hauses fand.

 

Das Gemeindeoberhaupt dankte allen Mitwirkenden für die gute Zusammenarbeit. Der Dank galt allen beteiligten Firmen, dem Geschäftsführer der Planungsgruppe Straßer in Traunstein, Martin Eisenbichler, für die Übernahme der Bauleitung und dem Architekten Michael Mayer, ebenfalls von der Planungsgruppe. Fenninger bedankte sich auch beim neuen und alten Gemeinderatsgremium, bei Bastian Mayer, in der Verwaltungsgemeinschaft zuständig für Bautechnik, bei den Grundstücksbesitzern, die ihr Grundstück für den Neubau an die Gemeinde abgetreten haben, bei den Grundstücksnachbarn und allen, die in der angrenzenden Schule tätig sind, weil die Baumaßnahmen vor allem auch Lärm verursacht haben. Ein Dankeschön sprach Fenninger zudem der Kindergartenleiterin, Birgit Bleibinger aus, die viele Termine wahrnehmen musste.

 

„Weil der alte Kindergarten in die Jahre gekommen war und es sich schon bei meiner Amtsübernahme abzeichnete, dass die Gemeinde den Kleinen mehr Betreuungsplätze anbieten muss, haben wir uns schon frühzeitig mit entsprechenden Planungen beschäftigt.“ Das gute Ergebnis dieses langwierigen Planungs- und Diskussionsprozesses könne sich wirklich sehen lassen, betonte Fenninger. Von Anfang an sei es Ziel gewesen, ein Haus für zwei Kindergartengruppen, eine Kinderkrippengruppe und Räume für die Mittagsbetreuung der Grundschüler zu schaffen. „Bei der Realisierung hatten wir natürlich stets auch die Kosten im Auge, die wir ganz gut einhalten konnten“, sagte Fenninger. Er bezifferte diese mit knapp 3,95 Mio. Euro. Damit liege die Kostenfeststellung für diesen gelungenen und modernen Bau etwa 4,9 Prozent über dem Betrag der Anfang 2018 ermittelt worden war. Aktuell betreue man 47 Kindergarten-Kinder und sechs Krippenkinder. Für eine kleine Gemeinde wie Wonneberg sei dies "ein Riesenprojekt" gewesen, das Geld sei aber sicherlich gut angelegt, meinte Fenninger.

 

In der Andacht rückten die neue evangelische Pfarrerin, Hannah von Schroeders, und ihr katholischer Kollege, Gemeindereferent Martin Riedl eine der schönsten Episoden aus den Evangelien, die über Jesus und die Kinder, in den Mittelpunkt: "Da brachte man Kinder zu ihm, damit er ihnen die Hände auflegte. Die Jünger aber wiesen die Leute schroff ab. Als Jesus das sah, wurde er unwillig und sagte zu ihnen: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert sie nicht daran!“

 

So wie Erzieher und pädagogische Fachkräfte die Kinder inhaltlich weiterbilden, prägen sie auch das Verhalten der Kinder. Das Kindergartenteam bringt den Kindern jeden Tag nützliches und wichtiges Wissen bei. Dazu zählen auch alle Fähigkeiten, die die Wahrnehmung und die Nutzung der Sinne betreffen. Kinder im Kindergartenalter sind rund um die Uhr auf Entdeckungstour. Sie erforschen die Welt um sie herum. Während dieser Entwicklung sind die Betreuer im Kindergarten ihre Begleiter. Sie beantworten Fragen und stellen ihnen Aufgaben. Auf diese Weise erweitern die Kinder ihren Horizont und lernen ihr Umfeld und ihre Fähigkeiten nach und nach noch besser kennen. Diese Erkenntnisse zogen sich wie ein roter Faden durch die Feierstunde, bei der die Sinne stets im Zentrum des Geschehens standen. Es drehte sich zum Beispiel auch in den umgeschriebenen Liedern alles um die Wahrnehmungsbereiche Sehen, Hören, Riechen, Fühlen und Schmecken.

 

Ein liebevoll gestaltetes Kreuz, auf der Vorderseite mit Bildern die die Sinne symbolisieren und auf der Rückseite mit den Namen der ersten Kinder, die diese Einrichtung besuchen, versehen, soll dies ein schöner Begleiter auf dem weiteren Lebensweg aller Menschen sein, die in diesem Haus ein- und ausgehen. „Das Kreuz soll an passender Stelle in einem der Räume seinen Platz finden“, sagte Gemeindereferent Martin Riedl, ehe er gemeinsam mit der neuen evangelischen Pfarrerin diesem Kreuz, der Einrichtung, den Buben und Mädchen und den Gästen den kirchlichen Segen spendete. Der katholische Seelsorger besprengte die Räumlichkeiten dann auch noch mit Weihwasser.

 

Die Leiterin der neuen Einrichtung, Birgit Bleibinger, erinnerte in ihrer Ansprache daran, wie es gelungen ist, die Kleinen von Anfang an miteinzubinden, damit die Übergangssituation leichtfällt und der gruppenweise Umzug samt Start im neuen Gebäude möglichst reibungslos und kindgerecht verläuft. Dabei habe vor allem das Kindergartenpersonal selbst ordentlich mitanpacken müssen, sagte sie, und berichtete kurz darüber, wie die Eingewöhnungstage im neuen Kindergarten verlaufen sind.

 

Architekt Michael Mayer von der Traunsteiner Planungsgruppe Straßer bedankte sich bei der Gemeinde Wonneberg für den Auftrag zum Neubau des Kindergartens. Zudem hob er die Besonderheiten des Gebäudes hervor. Wie Michael Mayer wissen ließ, wird der Kindergarten nun über die Heizanlage der Schule beheizt, die erneuert worden ist. Ein Treppenhaus mit Aufzug im neuen Verbindungsbau diene auch der Schule als barrierefreier Zugang zu allen Geschossen und zudem als zweiter Rettungsweg. Im Untergeschoß habe man die Räume für die Mittagsbetreuung der Grundschule anlegen lassen, die sich zum Schulpausenhof hin orientieren. Im Untergeschoß befänden sich auch die barrierefrei zugänglichen öffentlichen WCs, die bei diversen Veranstaltungen genutzt und über den Schulpausenhof erreichbar seien. Überdies habe man im Untergeschoß Lagerräume geschaffen, die als zusätzliche Grupperäume umfunktioniert werden können.

 

Das neue Gebäude entspreche dem Energiestandard „KfW Effizienzhaus 55“, also einem Gebäude mit besonders niedrigem Energieverbrauch, wie ihn die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) definiert. Die Bruttogrundfläche umfasse 1.443 Quadratmeter und die Nutzfläche knapp 1.100 Quadratmeter.

 

Der Kindergartenneubau verstehe sich, in städtebaulicher Hinsicht, als Erweiterung des bestehenden Baukörpers der Grundschule. „Dabei nimmt der Neubau die östliche Gebäudekante des Bestands auf und entwickelt sich nach Westen hin weiter.“ Dadurch wurden drei Außenbereiche geschaffen, die den unterschiedlichen Nutzerzonen: Kindergarten im Süden, Schule im Osten und Parkplatz im Nordwesten zugeordnet und räumlich voneinander entkoppelt sind. Das zweigeschossige Gebäude sei über den nordwestlich orientierten Eingang erreichbar, sagte Mayer.  Neben den Haupt- und Nebenräumen der Kinderkrippe befänden sich im Erdgeschoss auch der Personalbereich, das Elterncafé mit angegliedertem barrierefreien WC sowie der Mehrzweckraum. Dabei seien die Haupträume nach Süden ausgerichtet und böten einen direkten Zugang zur Terrasse und dem Gartenbereich. „Im Obergeschoss sind die Haupt- und Nebenräume der beiden Kindergartengruppen, einschließlich Spielflur mit integrierten Garderobeninseln angeordnet. Ein großzügig gestalteter Spielbalkon nach Süden ist unmittelbar mit den Gruppenräumen verbunden und bietet auch im Obergeschoss einen nutzbaren und wertvollen Außenbereich.“

 

Interessante Perspektiven für die Kinder schaffe eine erhöhte Spielebene in den Gruppenräumen, die die Höhe des offenen Dachraums ausnutzt. Die untere Ebene werde als Spielhöhle zum Rückzugsort umfunktioniert und mit der integrierten Küchenzeile verbleibe eine aufgeräumte Raumaufteilung.

 

Nach den Ansprachen und der Andacht übergab Bürgermeister Martin Fenninger die Kleinen offiziell in die Obhut der Kindergärtnerinnen. Danach verweilten viele Gäste noch lange im Außenbereich der Schule, um sich bei einem Mittagessen auszutauschen.

 

Artikel von Anneliese Caruso vom 27.10.2020

 

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