Mittwoch, 16 Dezember 2020 13:07

„Es darf positiv in die Zukunft geblickt werden“

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Haushalt 2021 in Wonneberg – Finanzsituation bietet keinen Anlass zur Beunruhigung

Ohne Entscheidungen des Gemeinderates ist die Verwaltung kaum handlungsfähig. Vor dem Hintergrund der Corona-Krise fand die letzte Sitzung des Gemeinderates in diesem Jahr auch noch mit einer relativ umfangreichen Tagesordnung statt. Es standen nämlich dringende Themen an, die kaum aufschiebbar sind. Unter anderem ging es um Bauanträge, bei denen Fristen ablaufen, und um den Haushalt des nächsten Jahres, ein ebenfalls wichtiger Punkt. Da es im Interesse der Gemeinde ist, den Zeitplan einzuhalten, wurde der Haushaltsentwurf, den Kämmerer Bernhard Kraus vorstellte, eingehend beraten, damit er zu Beginn des nächsten Jahres wie geplant final abgesegnet werden kann.

 

Von einem Corona-Haushalt kann aber keine Rede sein. Bernhard Kraus machte deutlich, dass die Finanzsituation der Gemeinde trotz des kapitalintensiven Neubaus der neuen Kinderbetreuungs-Einrichtung und des anstehenden Baus eines Bürgerhauses keinen Anlass zur Beunruhigung biete. „Ganz im Gegenteil, es darf durchaus positiv in die Zukunft geblickt werden.“

 

Der Verwaltungshaushalt 2021 erreicht in der Entwurfsplanung ein Planvolumen von 2.577.900 Euro. Bei planmäßiger Abwicklung wird ein Einnahmeüberschuss von 282.300 Euro erwirtschaftet. Die Pflichtzuführung, die mindestens der Höhe der im Vermögenshaushalt veranschlagten Tilgungsleistungen (104.100 Euro) entsprechen muss, kann aller Voraussicht nach problemlos erwirtschaftet werden. Im Vergleich zu den Vorjahren ergeben sich lediglich im Bereich der Kinderbetreuung nennenswerte Abweichungen. Durch die Inbetriebnahme der Kinder-Krippe steigen die Personalausgaben entsprechend an. Positiv bemerkbar machen sich die Erhöhungen der Kindergarten- und Krippenbeiträge, die im nächsten Jahr erstmalig ganzjährig mit den gestiegenen Beiträgen vereinnahmt werden. Bei der Berechnung der Kreisumlage wurde ein um einen Prozentpunkt steigender Hebesatz angenommen.

 

Voraussichtlich muss die Gemeinde an den Kreis gut 782.200 Euroabführen, wenn man von einem Hebesatz von 49,5 von Hundert ausgeht (bislang waren es 48,5 von Hundert). Die VG-Umlage steigt im Vorjahresvergleich weiter um 15.200 Euro auf knapp 284.000 Euro an. „Die sich errechnende Pro-Kopf Umlage von fast 181 Euro sollte in den nächsten Jahren nicht weiter gravierend ansteigen“, sagte Kraus.

 

Durch Personalaufstockungen ist seit 2017 ein Anstieg je Einwohner von 134,78 Euro auf 180,77 Euro in 2021 festzustellen. Der Anstieg ist durchaus als überdurchschnittlich anzusehen. Die Personalausgaben der Gemeinde für 2021 hat der Kämmerer mit 479.900 Euro veranschlagt. „Die Steigerung im Vergleich zu 2020 um 103.300 Euro ist fast ausschließlich mit der Inbetriebnahme der Krippe zu begründen.“ Der Anstieg sei somit nicht überraschend, vielmehr sei er vorhersehbar gewesen und daher bereits in der Finanzplanung berücksichtigt worden.

 

Bürgermeister Martin Fenninger und Kämmerer Bernhard Kraus teilten nun mit, dass die Ansätze aus den Steuereinnahmen wegen der Coronapandemie betont vorsichtig veranschlagt wurden. „Das Gesamtsteueraufkommen ist mit 1.866.600 prognostiziert.“ Wie in all den Vorjahren zeichnet sich erneut eine unproblematische Abwicklung des Verwaltungshaushalts ab.

 

Im Vermögenshaushalt erreiche man ein Planvolumen in der Entwurfsplanung von 1.906.100 Euro. Die Baumaßnahme „Neubau Kindergarten“ sei abgeschlossen und der Betrieb in den neuen Räumen aufgenommen. „Für 2021 sind keine vermögenswirksamen Ausgaben mehr vorgesehen“, bestätigte Fenninger.

 

Wie es weiter hieß, hat die Kämmerei Anfang November 2020 den Verwendungsnachweis für die Baumaßnahme bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Eine zeitige Abgabe des Verwendungsnachweises sei wichtig, da die noch ausstehenden Fördermittel von insg. 767.000 Euro im Jahr 2021 kassenwirksam vereinnahmt werden müssen, um die nächsten vermögenswirksamen Ausgaben für das anstehende Großprojekt, den Bau des Bürgerhauses decken zu können. Für den Bau des Bürgerhauses rechnet Kraus mit Gesamtausgaben von 3,047 Mio. Euro. Darin seien auch Ausgaben für eine hochwertige Innenausstattung enthalten. Für das nächste Jahr wurden Mittel für diese Baumaßnahme in Höhe von 1 Mio. Euro veranschlagt.

 

„Erfreulich ist, dass wir weder im Haushaltsjahr 2021 noch in den Jahren bis zum Ende der Finanzplanung (im Jahr 2024) Kredite aufnehmen müssen.“ Die Baumaßnahme lasse sich nach aktuellem Stand mit den Zuführungen aus dem Verwaltungshaushalt, Rücklagenentnahmen und ausstehender Zuwendungen aus dem Kindergartenneubau und dem Bürgerhaus finanzieren. Zudem habe die Gemeinde im Plan noch keine Ansätze für eine eventuelle Leader-Förderung für die Innenausstattung berücksichtigt, weil bis dato nicht einmal der Förderantrag eingereicht wurde. „Würde die Innenausstattung gefördert werden, würde sich die Finanzsituation weiter verbessern“, sagte Fenninger, ehe er gemeinsam mit Kraus die Planansätze im Vermögenshaushalt detailliert erörterte.

 

Laut Kämmerer wäre es denkbar, dass die Gemeinde kurzfristig in einen Liquiditätsengpass geraten könne. „Dies wäre der Fall, wenn bereits zeitig im Jahr höhere Bauausgaben anfallen und die Fördermittel aus dem Kindergartenneubau noch nicht überwiesen worden sind.“ Dies könne jedoch durch eine Erhöhung des Kassenkredit-Rahmens in der Haushaltssatzung unproblematisch gelöst werden. Kämmerer Kraus teilt abschließend mit, dass der endgültige Haushalt in der Januarsitzung zur Verabschiedung auf die Tagesordnung genommen werden solle.

(ac)

 

Gelesen 227 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 16 Dezember 2020 13:15