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Sonntag, 15 August 2021 12:14

Gemeinde: Raumluftfilter für Klassenräume

geschrieben von
|||| |||| Foto: Peter Wolff||||

Gemeinde spricht sich für zentral gesteuerte Lüftungsanlage aus

Ob die Wirkung mobiler Raumluftfilter in Klassenräumen zum Schutz gegen das Coronavirus effektiv ist, ist umstritten. So gibt es kommunale Schulaufwandsträger, die stark bezweifeln, dass es tatsächlich Sinn macht, solche Geräte für ihre Schulen anzuschaffen. Dazu gehört auch die Gemeinde Wonneberg. Der Gemeinderat sprach sich dennoch dafür aus, drei solche mobile Raumluftfilter für die drei Klassenzimmer zu besorgen. Aus wirklicher Überzeugung tat er das aber nicht, wie die Diskussion vor der Beschlussfassung zeigte. Mobile Geräte sollen nur eine Übergangslösung sein. Die Räte waren sich einig, dass sie jedenfalls nicht schaden. Die Gemeinde will stattdessen Eigeninitiative ergreifen, den nachhaltigen Weg beschreiten und eine zentral gesteuerte Lüftungsanlage im Schulgebäude einbauen zu lassen. Die Lüftungsanlage verursacht zwar deutlich höhere Kosten, wird aber mit etwa 80 Prozent gefördert, während die mobilen Geräte nur bis zu 50 Prozent vom Freistaat gefördert werden. Zudem gibt es bei diesen Geräten ein Limit des Förderbetrags von 1750 Euro pro Gerät.

 

Bürgermeister Martin Fenninger sieht bei mobilen Geräten keine vernünftige Kosten-Nutzen- Relation. Ohne fachliche Expertise stochere man völlig im Nebel und könne sich keine wirklich objektive Meinung zu diesem heiklen Thema bilden, sagte Bürgermeister Martin Fenninger in der jüngsten Gemeinderatssitzung und blies damit ins gleiche Horn wie der Bayerische Gemeindetag (siehe Bericht 2). Als Stimme der Gemeinden äußerte der Bezirksverband Oberbayern des Bayerischen Gemeindetags in einem Schreiben an den bayerischen Kultusminister Michael Piazolo seine Bedenken und Vorbehalte.

 

Fenninger teilt die Ansicht aus diesem Schreiben und ist überzeugt, dass es nachhaltiger und vernünftiger ist, eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung im Schulhaus einbauen zu lassen. Fachlich gut ausgeführt sorge eine zentrale Anlage einerseits für einen optimalen Luftwechsel und helfe andererseits, dauerhaft Heizkosten einzusparen. Eine Lüftungsanlage sei wesentlich effizienter.

 

Dieser Meinung schloss sich auch das gesamte Gremium an. Weil sich der Einbau einer solchen zentral gesteuerten Anlage im Wonneberger Schulhaus aber wohl über Monate hinzieht, sprachen sich das Ratsgremium geschlossen dafür aus, zu prüfen, ob die Gemeinde währenddessen Leihgeräte aufstellen kann. „Wenn wir damit ein Gefühl der Sicherheit geben.“

Da der Gemeinderat aber erklärte, dass es vorrangiges Ziel der Gemeinde ist, eine professionell geplante, wartungs- und geräuscharme, zentral gesteuerte Lüftungsanlage einzubauen, wurde auch beschlossen, dass Bürgermeister Fenninger umgehend Gespräche mit dem Planungsbüro aufnehmen soll, damit diese Lüftungsanlage so frühzeitig wie möglich geplant und eingebaut werden kann, „weil dies doch wesentlich sinnvoller ist als die mobilen Geräte“, lautete der allgemeine Tenor. „Wenn wir was machen, dann gescheit“, betonte Fenninger. Eine solche Anlage sorge für ständigen Luftaustausch.

 

Die Schulgemeinschaft nehme das regelmäßige Durchlüften der Räume sehr ernst, da niemand wolle, dass das allgemeine Infektionsgeschehen auf die Grundschule übergreift, meinte Fenninger. Mit Raumluftfiltern lasse sich das Lüften nicht vermeiden. Die Geräte, die es in vielen verschiedenen Ausführungen gibt, seien kein Ersatz für das Stoßlüften. Sie dienten lediglich als Unterstützung zur Partikel- und potenziellen Virenreduktion im Raum. „Dafür braucht es aber auch professionelle Wartung durch geschultes Personal.“

 

Der Einsatz von Luftreinigungsgeräten könne nicht die anderen Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken oder das Testen zur Eindämmung der Infektionsausbreitung ersetzen.

 

„Wenn jedoch sichergestellt wäre, dass der Einsatz dieser mobilen Geräte oder der Einbau von stationären Filtern tatsächlich helfe, Einschränkungen im Unterrichtsbetrieb, Quarantäne-Maßnahmen oder Schulschließungen zu vermeiden, wären wir die ersten, die die diese Geräte gutheißen würden. Nichts liegt uns mehr am Herzen als das Wohl der Kinder.“ „Ich tendiere auf jeden Fall zur Lüftungsanlage, wie sie im neuen Kindergarten, der am Grundschulgebäude angebaut ist, auch schon gibt.“

 

Gemeinderat Christian Schnellinger meinte aber, vorrangiges Ziel sei das Vermeiden von Homeschooling. Daher müsse die Gemeinde dafür sorgen, dass bis zur Inbetriebnahme einer Lüftungsanlage Raumluftfilter zum Einsatz kommen.

 

Ratskollege Richard Sieglreitmaier vertrat die gleiche Ansicht. „Wenn wir uns für eine Lüftungsanlage aussprechen, müssen wir uns schnellstens auch um mobile Geräte, am besten Mietgeräte kümmern, ehe sie vergriffen sind.“

 

Dem schloss sich auch Helmut Helmberger an. Beim Beschaffen von Geräten oder Leihgeräten zähle jeder Tag. „Ich spreche mich aber auch ganz klar für die Lüftungsanlage aus.“

 

„Nur für den Fall, dass der Unterricht in Präsenzform ausschließlich mit den Filtergeräten gehalten werden kann, bin auch ich für die Beschaffung solcher Geräte“, sagte Bernhard Kriegenhofer.

 

Bürgermeister Fenninger vermutete aber, dass das Abhalten des Präsenzunterrichts nicht von den Geräten abhängig sein wird. Es sei nicht gesagt, dass Präsenzunterricht stattfinde, nur weil Geräte in den Räumen stehen. Das hänge wohl eher davon ab, in welche Höhe die Sieben-Tage-Inzidenz steigt, weil ein Anstieg ein Indikator dafür sei, ob eine Überlastung des Gesundheitssystems droht, und wenn das der Fall ist, machen wohl auch Schulen wieder zu.

 

„Genau diese Schulschließungen befürchten aber viele Eltern der Grundschüler“, berichtete die Vorsitzende des Elternbeirates der Grundschule, Monika Steiner. „Viele meinen, dass im kommenden Herbst/ Winter der politische Beschluss gefasst werde, dass der Unterricht nur mit den Geräten gehalten werden darf.“

 

Laut Fenninger bräuchte die Gemeinde dafür aber die Gewissheit und die Zusage aus dem Kultusministerium, „dass wir mit der Investition und der Installation dieser mobilen Geräte tatsächlich unser gemeinsames Ziel, den uneingeschränkten Präsenzunterricht, erreichen.“ Leider gebe es diese Gewähr nicht.

 

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