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Altes Gartenwissen in Erinnerung gebracht
Vorsitzende Christine Reiter-Kraller (rechts) und Stellvertreterin Steffi Stief (links) verabschiedeten die ausscheidende Laubfroschleiterin Anita Fenninger. (Foto: Babl)

Altes Gartenwissen in Erinnerung gebracht

Frühjahrsversammlung des Gartenbauvereins Wonneberg – Treue Mitglieder ausgezeichnet

 

Über ein voll besetztes Haus konnte sich der Gartenbauverein Wonneberg bei seiner Frühjahrsversammlung im Gasthaus Gruber in Weibhausen freuen. Besonderer Höhepunkt im Programm war der sehr interessante Vortrag über in Vergessenheit geratenes Gartenwissen, und die Ehrung treuer Mitglieder.

 

Schriftführerin Anna Daschiel hielt einen Rückblick über die Aktivitäten im vergangenen Vereinsjahr. Dazu zeigte sie einige Fotos von den verschiedenen Ausflügen und Aktionen. Der Gartenbauverein führte in Kooperation mit der Grundschule das Schulprojekt "Wie es schmeckt und wächst" durch. Dabei bepflanzten die Kinder unter Anleitung selbst bemalte Töpfe mit Erdbeerpflänzchen und Kisten mit verschiedenem Gemüse, für deren Pflege sie auch an Wochenenden und in den Ferien zuständig waren. Die Früchte ihrer Arbeit durften sie später auch genießen - am Erntetag belegten sie Wraps mit ihren selbst gezogenen Gemüsesorten und ließen sich die Leckerei zur Pause gut schmecken. Eine Besonderheit im Vereinsjahr war die Teilnahme an der Faschingshochzeit, sagte Daschiel. Mit einer eigens für diesen Anlass gefertigten Vereinsfahne marschierten die Gartler beim Kirchenzug der Gaudihochzeit mit. Ziele des 2-tägigen Vereinsausfluges waren Dinkelsbühl, Nördlingen und Scheiern. Die Tagesfahrt ging nach Ostermieting, wo die Teilnehmer die Gärtnerei eines Knoblauchbauern besichtigten.

 

Von den Laubfröschen hatte Anita Fenninger einiges zu berichten. Bei der circa 30 Köpfigen Kindergruppe habe man thematisch dem Jahreslauf entsprechend gebastelt, sei man gewandert und Schlitten gefahren. Die Entdeckungsausflüge ins "Buachal", das ist das Waldstück nahe der Wonneberger Grundschule, endeten oftmals mit völlig vermatschten und nassen, jedoch immer glücklichen Kindern. Ein herzliches Dankeschön richtete Fenninger an Christine Eder für ihre großzügige finanzielle Unterstützung der ‚Laubfrösche‘. Die Spende stammt aus Eders Gewinn bei der VR Almroas, den sie uneigennützig der Gruppe zukommen ließ. Viele lustige Unikate schufen die Kinder beim Basteln der Deko für die Jahreshauptversammlung. Sie verzierten unzählige Dosen mit bunten Käfern und Phantasiemustern, eine davon durften sie mit heim nehmen. Mit Frühlingsblühern bepflanzt sorgten ihre Kunstwerke bei der Versammlung für ein buntes Bild auf den Tischen.

 

Birgit Gruber informierte kurz und knapp über die Kasse des Gartenbauvereines. Das Vermögen belief sich Ende 2025 auf 10.394 €. Die beiden Kassenprüferinnen bestätigten ihr eine sorgfältig geführte Kasse und beantragten die Entlastung der Vorstandschaft.

 

Höhepunkt des Abends war der Vortrag von Thomas Janscheck aus Wolnzach zum Thema "Was die Alten noch wussten und die Jungen wissen sollten". Der Referent stützte seinen sehr anekdotenreichen Vortrag auf vielerlei Geschichten und volkstümlichen Weisheiten über Pflanzen und Tiere, die er leidenschaftlich sammelt. Er stellte Pflanzen vor, an die sich kaum einer mehr erinnert. So die Rassel-oder Pimpernuss, deren Früchte als Pistazienersatz genommen wurden. Die kleinen, perlengleichen Nüsschen wurden aber auch zur Herstellung von Rosenkränzen verwendet. Wenn man den sehr pflegeleichten Strauch pflanzt, macht man der der Haselmaus große Freude. Janschek bemängelte das Verschwinden der Most und Kletzenbirnen aus der Kulturlandschaft. Die "Goggoloribirne" sei früher aus den Gärten nicht wegzudenken gewesen, war sie  ja wichtiger Nahrungsmittellieferant. Am Beispiel des Birnbaumes zeigte er auf, wie Pflanzen und Tierwelt miteinander verstrickt sind. Der Kaisermantel braucht zum Überleben den Birnbaum - in der groben Rinde legt er seine Eier ab - die Blätter dienen ihm zur Nahrung. So verhält es sich mit den verschiedensten anderen Pflanzen, die Birke beispielsweise ist Wirt für 126 Schmetterlingsarten. In seinem Referat befasste er sich auch mit dem Bodenleben. Bekanntermaßen verbessern Regenwürmer unsere Erde, aber Regenwurm ist nicht gleich Regenwurm, es gibt drei verschiedene Arten davon so Janschek. Streuwürmer halten sich nur im Kompost auf, Mineralbodenwürmer sind Sommerschläfer und Tauwürmer lockern den Boden der dadurch mehr Wasser speichern kann. Der diplomierte Landschaftsbauer brach eine Lanze für den Erhalt der Artenvielfalt in unseren Gärten und der Kulturlandschaft, und zeigte viele Beispiele auf, wie dies auch in Hausgärten umgesetzt werden kann. Sein Vortrag war enorm kurzweilig, informativ und mit der richtigen Dosis Witz gespickt, jeder der befragten Gartler sagte, man hätte da ewig zuhören können.

 

Einen Ausblick auf das kommende Jahr gab vorsitzende Christine Reiter-Kraller. Neben anderen Aktivitäten ist wieder ein 2-tages Ausflug geplant, der zur Apfelblüte in die Steiermark führt. Eine Moorwanderung zum Demelfilz findet am 7.Mai und 6.August statt.

 

Für 10-jährige Mitgliedschaft Ehrte die Vorsitzende Hannelore Keil, Rosa-Maria Hasselberger, Eva Köhler-Strasser, Nicol Bogner, Alois Anfang, Christa Rauscher, Johanna Eglseer und Claudia Schilf. Sie verabschiedete zwei der Laubfroschleiterinnen Anita Fenninger und Johanna Wagner. Für das Gestalten und Nähen der Faschingsfahne bedankte sie sich bei Anni Lechner. Ein weiterer Dank ging an das Vorstandsteam, besonders an ihre Stellvertreterin, die Leiterinnen der Laubfroschgruppe und an alle, die mithelfen, dass im Verein was auf die Beine gestellt wird. In die Dankesworte bezog sie die Spender der Preise für die wieder enorm reichhaltige Tombola mit ein.

 

Bürgermaister Fenninger lobte die neue Vorstandschaft des Gartenbauvereines, es seien wieder gute Nachfolger für die Leitung gefunden worden. Einen Applaus für die wunderschöne Saaldeko forderte die Kreisvorsitzende Birgit Furtner ein. Sie dankte dem Vorstandsteam: "Ohne euch würde es nicht funktionieren". Ein Garten schaffe Lebensqualität und Freude, in diesem Sinne wünschte sie dem Wonneberger Gartenbauverein ein gutes Gartenjahr.

 

Linda Babl