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Starkbierprobe im Wonneberger Bürgerhaus
Die Leonharder Musikkapelle sorgte für angenehme Stimmung. (Foto: Paul Mader)

Starkbierprobe im Wonneberger Bürgerhaus

Einmaliger Auftritt von Alois Anfang

 

Die Musikkapelle St. Leonhard lud zur Starkbierprobe ins Wonneberger Bürgerhaus ein und die Besucher mussten ihr Kommen nicht bereuen. Im Gegenteil: Zum einen schufen die Musiker mit ihrer Vielfalt von Polkas und Walzern eine angenehme und wohltuende Atmosphäre, zum anderen sorgte die Küche mit zu Starkbier passenden Speisen bestens für das leibliche Wohl.

 

Ein einmaliger Auftritt von Alois Anfang.Der Höhepunkt des Abends waren freilich die Lieder von Alois Anfang, dessen offizieller Auftritt schon über 50 Jahre zurückliegt und der damals mit seiner Schwester bei Hochzeitsfeiern und Altennachmittagen die Gäste erfreute. Das „Leada Ochsenlied“ oder das Lied von den „Bauernknechten – Lieder, die nur der älteren Generation noch gut bekannt sind – trug er gekonnt mit Gitarrenbegleitung vor und erntete damit großen Applaus. Schon sein Vater, auch ein leidenschaftlicher Musiker, nahm mit einigen Mitgliedern der Musikkapelle  im Jahre 1931 am „Oberbayerischen Preissingen“ in Traunstein teil und belegte mit diesem selbstverfassten Lied über das Bauernleben einen beachtlichen 8. Platz unter 43 Gruppen. Man kann sagen: Wer bei diesem Auftritt bei der Starkbierprobe von Alois Anfang nicht dabei war, der hat sicher etwas Einmalige versäumt.

 

Versäumt hat er dann auch, als Eder Sepp, der Hauptorganisator dieses Abends, den Besuchern das sogenannte „Brez´nspuin“ erklärte und zum Mitmachen einlud, ein Brauch, der bis in die 60er immer beim Wirt am Josefitag stattfand. Der Josefitag war ja bis 1968 noch Feiertag. Die meisten Besucher kannten dieses Spiel nicht, freuten sich aber, wenn ihnen wieder eine Breze überreicht wurde, weil ihnen das Spielglück hold war. Im Nu waren die 160 Brezen verteilt; um so mehr schmeckte dann das süffige dunkle Bockbier der Schlossbrauerei Stein: „So muss ich wieder auf die Starkbierprobe im nächsten Jahr warten“, sagte etwas wehmütig ein Gast am Ende eines abwechslungsreichen Abends.

 

Paul Mader