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Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Wonneberg
v.l. Gottfried Reiter (stellv. Jagdvorsteher), Sepp Mühlthaler jun. (Kassier), Martin Kastenhofer (neuer Schriftführer und Beisitzer), Alois Maier-Fenninger( ehem. Schriftführer und Beisitzer), Jagdvorsteher Leonhard Strasser. (Foto: Babl)

Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Wonneberg

Im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft Wonneberg stand unter anderem die Nachwahl des Schriftführers und eines Beisitzers, als auch ein Bericht über die Drohnenflüge zur Kitzrettung.

 

In seinem Tätigkeitsbericht hielt der Jagdvorsteher Leonhard Strasser einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Er berichtete dabei über verschiedene Veranstaltungen, wie Waldbegänge, Ferienprogramm, Jagdvorstandssitzungen und über den absoluten Höhepunkt für die Jagdgenossen, die Staatspreisverleihung im Landwirtschaftsministerium in München im letzten Oktober.

 

Alois Maier-Fenninger und Jagdvorsteher Leonhard StrasserEin zentraler Punkt der Tagesordnung war die Ergänzungswahl der Vorstandschaft. Da der bisherige Schriftführer und stimmberechtigte Beisitzer Alois Maier-Fenninger auf Grund der Hofübergabe sein Amt nicht mehr ausführen kann, wurde eine Nachwahl erforderlich. Maier-Fenninger war über 25 Jahre Mitglied in der Vorstandschaft der Jagdgenossen, wofür ihm Leonhard Strasser mit der Überreichung einer Erinnerungstafel herzlich dankte. Die Versammlung folgte dem Vorschlag des Jagdvorstehers und wählte Martin Kastenhofer einstimmig zum neuen Nachfolger in beiden Ämtern. Er nahm die Wahl an und wird künftig die Protokollführung und den Schriftverkehr der Genossenschaft übernehmen. Bürgermeister Martin Fenninger, der die Wahlleitung übernommen hatte, lobte die Jagdgenossenschaft für ihre gute Arbeit. Sie hätten den Staatspreis für vorbildlichen Waldumbau, der ihnen im vergangenen Jahr verliehen wurde, mehr als verdient, denn sie haben sichtbare Ergebnisse erzielt.

 

Im Anschluss berichtete Drohnenpilot Klaus Herold über die Ergebnisse der Drohneneinsätze. Er war im vergangenen Jahr bei insgesamt 14 Landwirten auf 41 Flächen im Einsatz, um Rehkitze vor dem Mähtod zu bewahren. Dabei gab Herold den dringenden Rat, den Drohnenservice künftig bereits ab der ersten Mahd zu buchen. Die Erfahrung zeigt, dass die Geißen ihre Kitze mittlerweile oft schon im April absetzen, wodurch die Gefahr bei der frühen Ernte deutlich steigt. Für einen reibungslosen Ablauf bat er die Landwirte zudem um Vorlauf: Ein Besuch am Vortag sei sinnvoll, um die abzusuchenden Flächen vorab exakt in die Software der Drohne einzuspeichern. Am Folgetag fliegt die Drohne dann genau diese Fläche ab, man erspart sich damit viel Zeit, so Herold. Er benötige zu jedem Flug auch einen Beobachter bzw. Helfer, der während er die Drohne bedient,  gegebenenfalls das Kitz aus der Wiese trägt oder es aus der zu mähenden Fläche vertreibt.

 

Ergänzend dazu informierte Leonhard Strasser die Genossenschaft über zusätzliche Schutzmaßnahmen. Die Jagdgenossenschaft verfügt über eigene Warnstäbe, die zur Vergrämung des Wildes dienen. Diese können bei ihm ausgeliehen werden. Der Jagdvorsteher appellierte eindringlich an seine Jagdgenossen, ihre Wiesen vor der Mahd gewissenhaft zu kontrollieren. Er warnte davor, dass im Falle eines vermähten Rehkitzes empfindliche Strafen drohen können. Dazu gab er ein Beispiel, eines Landwirtes, dessen Fall gerade in den Medien zu verfolgen war.

 

In diesem Zusammenhang übte Strasser deutliche Kritik an der aktuellen rechtlichen Situation: Es sei unverständlich, dass Landwirte in solchen Fällen oft „wie Verbrecher“ behandelt würden, während Autofahrer nach einem Wildunfall den entstandenen Schaden in der Regel sogar von der Versicherung ersetzt bekommen. Um dieses Risiko zu minimieren und den Tierschutz zu gewährleisten, bat er die Genossen eindringlich, die angebotenen Hilfsmittel wie die Drohnenflüge und Warnstäbe konsequent zu nutzen.

 

Dem Vorschlag des Vorsitzenden, den Reinertrag des Jagdschillings den Rücklagen zuzuführen wurde von den Genossen einvernehmlich zugestimmt.

 

Der Jagdvorsteher lobte abschließend die Jäger, sie haben bewiesen, dass die sogenannte Wald- Wild – Balance nicht nur ein Schlagwort, sondern auch möglich ist. Das Wild hat angepasst und gesund seinen Platz im sich selbst verjüngenden Wald - genauso wie es sein soll. Er bedankte sich bei den Jägern für Ihre Arbeit die zu einem Wald geführt hat der wieder Hoffnung macht.

 

Linda Babl