• Slide-Wonneberg01-1140
  • Slide-Wonneberg02-1140
  • Slide-Wonneberg03-1140
Tanja hat eine Spenderin gefunden
Tanja hier in der Mitte bei einer Spendenübergabe zu sehen mit Stefan Eisenreich, Geschäftsführer Bürgerstiftung Traunsteiner Land, und ihrer Tante Nicol Maier. (Foto: privat/Babl)

Tanja hat eine Spenderin gefunden

18-Jährige aus Wonneberg ist wieder zuhause – Ein normales Leben ist nicht möglich

 

Die 18-jährige Tanja aus Wonneberg hat einen Stammzellenspender gefunden – die Spenderin kommt aus Brasilien. Nach Wochen im Krankenhaus ist die junge Frau wieder zuhause. Ein normales Leben ist allerdings noch längst nicht möglich. Tanja darf nur keimfreies Essen zu sich nehmen und muss die Öffentlichkeit wegen der Infektionsgefahr meiden.

 

Die Spendenaufrufe für Tanja aus Wonneberg waren vor einigen Monaten durch alle Medien gegangen, auch das Traunsteiner Tagblatt hat mehrfach berichtet. Was zuerst wie ein harmloser Infekt aussah, entwickelte sich für die junge Frau zu einem Albtraum – die Diagnose Leukämie traf die ganze Familie zutiefst.

 

Ziemlich schnell war klar, dass nur eine Stammzellenspende das Leben der 18-Jährigen retten kann. Es setzte sich eine Maschinerie in Gang, die beispiellos war. Freunde, Familie und Vereine organisierten zahlreiche Typisierungsaktionen, an denen sich unzählige Freiwillige beteiligten.

 

Während dieser Zeit unterzog sich Tanja der ersten Chemotherapie. An diese Zeit kann sich Tanja aufgrund der hohen Schmerzmittelgaben mittels Schmerzdiffusors nicht mehr erinnern. Der Zustand ihrer Tochter sei damals höchst kritisch gewesen, erzählt ihre Mutter Manuela. »Wir wussten nicht, ob sie es schafft.«

 

Nach Spender wurde weltweit gesucht

 

Die Suche eines geeigneten Spenders für Tanja lief parallel auf Hochtouren. Koordiniert durch das Zentrale Knochenmarkspender-Register wurde zuerst in Deutschland nach einem »Treffer« gesucht, dann die Suche auf Europa ausgedehnt, schlussendlich wurde sogar weltweit nach einem Spender gesucht. Dies sei eine sehr anstrengende Phase gewesen, erzählt Tanjas Mutter, da es ab Anfang Mai immer wieder hieß, man sei fündig geworden.

 

Doch jedes Mal hätten sie dann doch nicht »gematcht« – aus den verschiedensten Gründen. Glücklicherweise wurde in Brasilien eine Spenderin für Tanja gefunden. Die Stammzellenübertragung sollte Ende Mai, Anfang Juni stattfinden, erfolgte dann aber doch erst am 1. Juli. Bis dahin durfte Tanja noch einmal die Klinik verlassen, und sie stellte eine Bucket-List zusammen, mit Dingen, die sie vor dem Aufenthalt in der Spezialklinik in München erledigen wollte. Auf dieser Liste standen laut Tanja »profane Dinge« wie Essen-gehen, ein Wochenendtrip nach Linz und der Besuch der Rosentage.

 

Am 26. Juni dann begann die Konditionierungs-Chemo im Krankenhaus in München. Diese Hochdosis-Chemo zerstört das eigene Immunsystem komplett. Am 1. Juli bekam sie die Stammzellenübertragung. Die anschließenden vier Wochen seien für sie die schlimmste Zeit während ihrer Krebsbehandlung gewesen, sagt Tanja. Sie habe nicht essen können, da ihre Mundschleimhaut entzündet war. Und sie habe unter unheimlichen Schmerzen gelitten, die mit Betäubungsmitteln so gut als möglich unterdrückt wurden. Mutter Manuela zieht den Hut vor ihrer Tanja. Was sie alles an Schmerzen habe aushalten müssen, sei unvorstellbar.

 

Seit vergangenem Mittwoch ist Tanja wieder daheim in St. Leonhard und darf sich in vertrauter Umgebung von den Torturen erholen. Natürlich unter strengsten Bedingungen: Sie darf nur keimarmes Essen zu sich nehmen und muss die Öffentlichkeit wegen der hohen Infektionsrisiken meiden. Sobald sie Fieber bekommt, muss sie sofort wieder ins Krankenhaus. Tanja nimmt aktuell 20 Tabletten täglich ein, darunter auch Immunsuppressiva, die wöchentlich bei einem Check in der Klinik in München eingestellt werden.

 

Etwa 30 Tage sind seit der Stammzellentransplantation vergangen, die 100-Tage-Marke gilt als Meilenstein, wie gut der Körper auf die Spende reagiert – es ist also eine psychisch und emotional überaus belastende Zeit des Wartens und Bangens, die Tanja und ihre Familie gerade durchmachen. Auf medizinischer Ebene geht es Tanja soweit gut, aktuell sind die Ärzte mit ihrem Zustand zufrieden. Nun muss Tanja lernen, wieder im Leben anzukommen. Tanja selbst sagt: »Es gibt ein Leben vor der Krankheit, dies wird nie wieder kommen – aber es gibt auch ein Leben danach.

 

Lida Babl

 

 

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.