Im Rahmen des Wonneberger Ferienprogramms veranstaltete die ÜWW-Wonneberg einen Brotbackkurs bei dem es viel zu erleben gab.
In die Kunst des Brotbackens ließen sich zwölf Mädchen und Buben aus Wonneberg im Rahmen ihres Ferienprogramms einweihen. In der großen Garage der Familie Eglseer hantierten sie mit Korn und Mehl, durften formen und kneten, ehe die Laibe in den Backofen geschoben wurden. Aber auch zwischen den Wartezeiten kam viel Abwechslung und Spannung auf.
Gleich zu Beginn begrüßte Stephan Eglseer die jungen Bäcker-Gehilfen. Wissbegierig standen sie nun alle um ihn herum, während er die verschiedenen Getreidesorten zeigte und erklärte. Damit sich die Kinder alles besser vorstellen konnten, verteilte er ein paar Schüsselchen mit unterschiedlichen Getreidesorten. Nun hörte man schon das Knacken aus den kleinen Mündern, welches beim Beißen auf die Körner entstand und einige meinten sogleich „..das schmeckt ja auch schon gut!“.
„Brot kann man aus vielen verschiedenen Sorten Mehl backen, wie z.B. aus Weizenmehl, Roggenmehl oder Dinkelmehl“, so Stephan. Gesagt, getan – gleich im Anschluss wurden die verschiedenen Körner in einer kleinen Elektromühle gemahlen (geschrotet) und danach das Mehl abgesiebt.
Ab jetzt fungierte Johanna Eglseer als „Lehrmeisterin“ bei der Herstellung des Brotteiges. Als ersten Schritt musste der Teig aus Mehl, Hefe, Sauerteig und Wasser vorbereitet werden. Auch das genaue Abmessen und Abwiegen gehörte vorher dazu. Hierbei erklärte sie, welche Gewürze in ein Brot hineinkommen können, wie Kümmel, Koriander, Anis und Fenchel. Schon das Mischen des Teiges, welcher in einem großen Bottich mit einem elektrischen Antrieb kräftig durchgeknetet wurde, machte Lust auf mehr. Es schaute fast so aus, als ob man einen riesigen Kuchenteig vor sich hätte. Durch das Hinzuschütten der einzelnen, exakt abgewogenen Zutaten konnte jeder seinen Teil dazu beitragen, dass dieser Teig perfekt abgestimmt wurde.
Während der Teig an einem warmen Plätzchen aufging, wurde im anliegenden Garten beim Trampolinspringen etwas überschüssige Energie abgebaut. Nach einem kurzen „Sammelruf“ durch Hausherrn Stephan traf man sich beim Steinbackofen, wo dieser hergerichtet und mit Holz bestückt und angezündet wurde – wow, wie das qualmte!!!. Das Feuer ist dann direkt auf der Backfläche. Erst später, wenn das Holz zur Glut abgebrannt ist, wird diese im Ofen gleichmäßig verteilt. Nach einer bestimmten Abstehzeit wird die Glut aus dem Ofen entfernt und die Backfläche mit einem feuchten Tuch ausgekehrt. Erst wenn die Backoberfläche die richtige Temperatur hat, können die Brotlaiber zum Backen eingeschoben werden – doch soweit waren wir lange noch nicht!
Zuvor durften die Kinder ihre Muskeln spielen lassen: sie kneteten ihre Teigstücke und formten sie in kleine Laibchen. Anschließend wurden sie in einzelne Strohschalen in einem Regal gelegt, wo sie dann „gehen“ konnten, wie es in der Fachsprache heißt. Und nun hieß es schon wieder „Warten“.
Doch auf einem Bio-Bauernhof wird es nicht so schnell langweilig. Mit Unterstützung der Tochter Amalie führte man z.B. die hauseigenen Schafe und Böcke zur Egerdacher Kirche zum Grasen. Das war aber nicht immer einfach. Die Böcke wurden zwar per Leinen in die richtige Richtung „überredet“ und der Rest der Schafe folgte brav, doch manchmal verwurschtelten die Leinen durch das Kreuzen der Böcke dermaßen, dass ein lustiger „Entflechtungsprozess“ gestartet werden musste.
Aber auch der Sohn Vinzenz verkürzte die Wartezeit mit interessanten Themen. Neben den kleinen Hühnern, welche auskamen und wieder eingefangen mussten, zeigte er auch stolz seine neu gekauften Tauben. Doch sein „Spezialgebiet“ ist vor allem das Fischen. Daher zeigte er den Kindern auch das komplette Programm des Fische-Räuchern. Vom Einlegen der Fische in der eigen kreierten Sudmischung bis zum Einhängen in seinen selbstgebauten Räucherofen. Auch diese Fische wurden beim späteren gemeinsamen Essen zum Probieren angeboten.
Die Zeit verging wie im Flug - ständig hatten die Kinder was zu tun. Und plötzlich war es soweit: Die die selbstgemachten Brotlaiber durften in den Backofen „eingeschossen“ werden - der Fachbegriff um die Brote in den Ofen zu schieben. Eine gute Stunde dauerte es noch, bis die Kinder ihr selbst gebackenes Brot aus dem Brotbackofen holen konnten.
Hausherrin Johanna schnitt einige der duftenden, noch warmen Holzofenbrote auf. Die frischen Butterbrote mit Butter, Käse, Würsteln und Getränke schmeckten den Mädchen und Buben besonders gut! Jedes Ferienkind bekam sein eigenes Brot mit nach Hause. „Schneidet es am besten erst morgen an, sonst verklebt es“ gibt Stephan noch mit auf den Weg. Für den Nachwuchs ging damit ein spannender Tag zu Ende, an dem es viel zu erleben gab.
Peter Wolff