Ein „Glaslbrot“, das ist eine schön geschichtete Backmischung im Glas oder in der Flasche, das mit Beigabe von Wasser und Backanleitung auch dem Heimbäcker mit Zeitmangel oder wenig Übung ein Erfolgserlebnis beim Brotbacken beschert.
Angebote kursieren bereits im Internet und wurden als Neuheit auf der diesjährigen Biofachmesse in Nürnberg präsentiert.
Die Arbeitsgruppe Ernährungsbildung aus der Ökomodellregion Waginger See-Rupertiwinkel ließ sich inspirieren und stellte probeweise ein regionales Glaslbrot mit Biozutaten und Biobier her, um für die sonst eher dürren Infostände auf verschiedenen Märkten und Veranstaltungen ein ansprechendes Produkt und schönes Mitbringsel anbieten zu können. Möglich wurde das durch Hobbybäcker Wolfgang Grösch aus Fridolfing, der eigens ein Rezept dafür entwickelte – mit vollwertigen Zutaten und hohem Vollkornanteil, frei von Zusatzstoffen, gleichzeitig aber mit einem sehr lockeren Backergebnis, das bei Zugabe von Bier noch verstärkt wird. So entstand ein wohlschmeckendes, gesundes und verträgliches Brot zum Selberbacken.
Das frisch gebackene Glaslbrot, als Probierstückchen oder mit Belag, sollte die Ziele der Ökomodellregion veranschaulichen und so gut schmecken, dass daraus eine Mund-zu-Mund-Propaganda als Empfehlung für die Ökomodellregion und für den Verzehr bester heimischer Bioprodukte wird.
Erste Rückmeldungen nach dem Probeverkauf in Fridolfing und Kirchanschöring waren so positiv, dass bereits einige Läden nach dem Glaslbrot fragten. Jetzt stieß die Arbeitsgruppe allmählich an ihre Grenzen – von der notwendigen Biozertifizierung bis zum Lebensmittelrecht, vom professionelleren Abfüllen bis zum Vertrieb standen größere Aufgaben an, die nicht mehr ehrenamtlich zu bewältigen waren. Auch die beiden Projektmanagerinnen aus der Ökomodellregion sahen ihre Aufgabe nicht darin, nebenbei ein Gewerbe anzumelden, und starteten einen Aufruf in der lokalen Presse – jetzt war Unternehmergeist gefragt!
Für Jessica Linner, in Elternzeit und wohnhaft in der Ökomodellregion, kam der Aufruf zur richtigen Zeit. Sie wog die Kalkulation ab, erkundigte sich nach den Hürden und nahm dann die Idee mit Interesse und Begeisterung auf. Gesunde Ernährung ist gerade für junge Eltern kein Fremdwort, und Heimatliebe bringt die ansässige Wagingerin ohnehin mit. Das Glaslbrot, das ab sofort „Flaschlbrot“ heißen wird, bietet großen Spielraum für Kreativität – sei es beim Erweitern des Sortiments, bei der Gestaltung der Verpackung und bei der Zusammenarbeit mit Landwirten und Vertriebspartnern.
Nach der ersten Anlaufphase, in der noch mehrere formale, rechtliche und logistische Anforderungen zu erfüllen sind und sich das junge Unternehmen organisieren muss, soll das Flaschlbrot ab Juli offiziell biozertifiziert an den Start gehen.
Das Flaschlbrot wird künftig auch Geschenkkörbe aller Art bereichern, sei es für Kommunen, Pfarrgemeinden und Vereine, und ist ein dekoratives und praktisches Geschenk für die nächste Einladung bei Freunden. Welche Läden das Flaschlbrot aus der Ökomodellregion als erstes anbieten werden, wird in Kürze bekannt gegeben. Wer es bei Jessica Linner erwerben möchte, schickt eine Mail an .
Die Ökomodellregion drückt der Jungunternehmerin auch weiterhin alle Daumen und freut sich, dass das Flaschlbrot in guten Händen liegt!