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Freut sich die Biene, freut sich der Mensch!

Wildbienen (zu denen auch die Honigbiene und die Hummeln gehören) und andere Insekten spielen eine entscheidende Rolle bei der Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen.

78% aller Blütenpflanzen in Mitteleuropa und 80% unserer Kulturpflanzen sind auf Insektenbestäubung angewiesen, wie z.B. viele Obst- und Gemüsearten. Aber die Insekten werden immer weniger, auch die Wildbienen nehmen rapide ab. Über 50% unserer heimischen 560 Wildbienenarten sind gefährdet!

 

Der Verlust an Artenvielfalt und Anzahl der Insekten und vor allem der Bienen führt zu einer Abnahme der Bestäubungsleistung und damit der Produktion von Samen und Früchten. Auch die Qualität von Früchten ist höher, wenn die Blüten intensiv von Bienen bestäubt werden. Bei manchen Kulturarten wie z.B. der Sonnenblume erhöht sich der Fruchtansatz, wenn mehrere Bienenarten an der Bestäubung beteiligt waren.

 

Bienen und Wildbienen spielen bei der Bestäubung deshalb eine besonders große Rolle, weil sie Pollen und Nektar nicht nur als Nahrung für sich, sondern auch für die Larven benötigen und daher sehr viele Blüten oft besuchen müssen.
Es gibt Pflanzen, deren Blüten auf ganz bestimmte Wildbienenarten angewiesen sind und von keinem anderen Insekt bestäubt werden können. Ebenso gibt es Wildbienenarten, die bei schlechtem Wetter oder in der Dämmerung fliegen können.

 

Die Honigbiene kann die Bestäubungsleistung von Wildbienen also nicht ersetzen, ebenso wie Wildbienen die Honigbiene niemals ersetzen können, alle Arten sind wichtig! Denn nur durch eine Vielfalt an Insekten kann auch eine Vielfalt an Nutz-und Wildpflanzen bestäubt werden und damit die Biodiversität erhalten bleiben.

Eine sichere Bestäubungsleistung unserer Wild- und Kulturpflanzen wird mit einer hohen Vielfalt an Bienenarten, kombiniert mit weiteren Insekten wie Schmetterlingen und Schwebfliegen, am besten erreicht. Die Biodiversität der Insekten unterstützt auch unsere Gärtner und Landwirte!

 

Wie kann man Widbienenarten fördern?

 

Wichtig ist vor allem ein vielfältiges und kontinuierliches Blütenangebot von März bis Oktober.

 

Wiesen sollten daher nicht alle gleichzeitig und bis in den letzten Winkel gemäht werden. Das Mähen in den Abendstunden ist wesentlich bienenschonender als zur sonnigen Mittagszeit. Die Extensivierung von Flächen insbesondere auf mageren Standorten hat einen ebenso großen Einfluss wie die Anlage von Ackerrandstreifen, Blühflächen, Totholzhaufen und Brachflächen. Der Erhalt von Feldgehölzen und frühblühenden Sträuchern wie Weide und Hasel erhöht die Blütenvielfalt im zeitigen Frühjahr.

 

Im Ökolandbau wird auf chemische Spritzmittel und giftige Beizmittel in aller Regel gänzlich verzichtet; das geht nur mit einem höheren mechanischen Bearbeitungsaufwand und weiteren Maßnahmen wie z.B. dem Verzicht auf zu enge Fruchtfolgen, lohnt sich aber für Bienen und weitere Insekten. Selbst wenn das Mittel selbst nicht bienenschädlich ist, so hat doch der Verlust an Pflanzenvielfalt z.B. durch Herbizide einen negativen Einfluss auf die Insektenwelt. Jeder Landwirt sollte sich den Einsatz von „Pflanzenschutzmitteln“, insbesondere von Mitteln gegen Insekten nach Überschreiten der Schadschwelle, daher nicht nur aus wirtschaftlichen Gründen gut überlegen, sondern wirklich als letzte Wahl betrachten, wenn es keine Alternative für ihn gibt. Vom Rückgang der Insekten sind auch Feldvögel immer stärker betroffen. Im Privatgarten sollte der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf jeden Fall tabu sein!

 

Untersuchungen haben gezeigt, dass zum Überleben der Wildbienenarten der Abstand zwischen blütenreichen, naturnahen Flächen nicht größer als 100-300 m betragen sollte. Es muss also wieder bunter werden in der Feldflur. Mehr Natur und Struktur in der Fläche und in unseren Gärten wäre nicht nur ein Gewinn für die Insektenwelt und damit für die Erzeugung unserer Nahrungsgrundlagen, sondern auch für unser Auge und für die Erholungsfunktion unserer Landschaft - freut sich die Biene, freut sich der Mensch!

 

Beate Rutkowski, Sprecherin AG Streuobst und Artenschutz der Ökomodellregion

 

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