Ein erstklassiges 4-Gänge Menü mit gesunden Bio-Produkten aus der Region
Waging am See. Auf kulinarische Entdeckungsreise begaben sich die Teilnehmer des Kochkurses von Yvonne Liebl, die in Zusammenarbeit mit der Ökomodellregion Waginger See, Rupertiwinkel, ein Kochevent unter dem Motto: „BioRegional Querbeet – eine kulinarische Sommerreise“ veranstalteten. Unter den geladenen Gästen, die sich auf diese besondere „Esspedition“ einließen, befanden sich u. a. auch die 1. Bürgermeisterin von Taching Ursula Haas, 1. Bürgermeister Hans-Jörg Birner von Kirchanschöring, 2. Bürgermeister Matthias Baderhuber von Waging und die 3. Bürgermeisterin Monika Fuchs von Fridolfing.
Für die meisten Teilnehmer des Kochevents war es eine völlig neue Welt des Essens, und so blieben zunächst Vorbehalte und Skepsis, besonders bei den männlichen Gästen, nicht aus. UGB (Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung e. V.) Gesundheitstrainerin Yvonne Liebl zauberte mit den „Kochanfängern“, die sich auf der trendigen Spur nach „Bio – Regional – Saisonal“ befanden, ein 4-Gänge-Menü nach dem obersten Prinzip: schmackhafte, gesunde Lebensmittel verwenden und mit regionalen Lebensmitteln soziale Verantwortung tragen. Die Grundbestandteile des Menüs waren Hülsenfrüchte und verschiedene Getreidesorten von Franz Obermeyer aus Tengling, gepaart mit regionalem Bio-Obst und Gemüse von Hans Glück und Michi Steinmaßl sowie Ziegenkäse vom Attl’s Bio-Ziegenhof in Muttering.
Beim Lesen der Menükarte gingen so manche optische Vorstellungen der Speisen bei den Gästen weit auseinander. Auf dem Speiseplan stand zunächst Mandelziegenkäse-Nocken mit Rote Bete und Pesto. Doch schon nach dem ersten Gang gerieten die Gäste ins Schwärmen und alle Zweifel waren verschwunden. Weiter auf kulinarische Reise ging es mit dem Hokkaido-Linsensalat und gebratenes „Meckerle“ und Thymianhonig, dem geschmorten „Ochsenherz“ gefüllt mit orientalischem Bulgur und schließlich endete der Festschmaus beim Nachtisch: Heumilcheis mit Buchweizen und Äpfeln. Wohl „gefüllt“ und tief beeindruckt vom regionalen Bio-Menü, konnten die Gäste nur noch höchstes Lob an Meisterköchin Yvonne Liebl aussprechen: ein hervorragendes Menü, das weit über den Erwartungen hinausging.
Yvonne Liebl gehört weder zu den Vegetariern noch zu den Veganern, aber seit vielen Jahren ist es ihre größte Leidenschaft, überwiegend vegetarisch zu kochen. Ursprung und Erzeugung spielen für sie ebenso eine wichtige Rolle wie Verarbeitung und Zubereitung der Speisen. Es geht ihr um eine gesunde Küche, die schmecken muss und auch nachhaltig ist. „Kochen beginnt bereits beim Einkauf der Lebensmittel“ sagte Yvonne Liebl, „bei den Produkten will ich wissen, woher sie kommen, wie sie produziert werden und von wem - sprich Bio und Regionalität.“ Die Lieferanten und Produzenten kennt die ausgebildete Gesundheitstrainerin persönlich.
Die Umsetzbarkeit dieses „kühnen“ Vorhabens zeigte, dass es nicht nur möglich ist, die Produkte aus dem näheren Umfeld zu beziehen, sondern auch mit diesen hochwertige Zutaten Speisen zu kreieren, die hervorragend schmecken. Dem zeitgeistigen Gedanken der Regionalität, Saisonalität und Bio mag im Winter etwas problematischer sein, da hier improvisiert werden muss. Für die verwöhnte Gesellschaft, die immer alles jederzeit bekommt, ist es eigentlich „nur“ noch eine Frage des Wollens. Obwohl den meisten Menschen die Qualität von Lebensmitteln wichtig ist, konsumieren sie im Alltag anders. Vielleicht rührt der Widerspruch aufgrund des Zeitmangels oder des höheren Preises her. „Bio und Regionalität haben eben ihren Preis, aber auch ihren unschätzbaren Wert. Unsere Aufgabe ist es, diesen Wert zu entdecken, die Geschichte des Lebensmittels zu kennen und respektvoll zu behandeln“ sagte Yvonne Liebl.
Bio, regional und saisonal zu kochen ist für alle eine Herausforderung, die am Herd stehen müssen. Yvonne Liebl weiß: „Von heute auf morgen funktioniert eine Umstellung auf Bio-Regional natürlich nicht, zumal meistens die Familienmitglieder dagegen protestieren. Aber wenn man mit kleinen Schritten beginnt, wird man nach einer gewissen Zeit immer routinierter, und es lohnt sich für unsere Heimat und die kostbare Gesundheit der Familie.“
Weitere saisonale Kochevents unter dem Motto „BioRegional-Querbeet“ finden am 20. Oktober „Kulinarische Herbstlese“ und am 17. November „Kulinarische Winterreise“ statt. Informationen gibt es bei der Ökomodellregion Waginger See Rupertiwinkel, oder direkt bei der Gesundheitstrainerin Yvonne Liebl.
Gitti Sojer