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Montag, 25 April 2022 14:17

Unterrichtsbesuch von der Blinden- und Sehbehindertenberaterin

geschrieben von
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Bericht über den Unterrichtsbesuch von Frau Lischke (Blinden- und Sehbehindertenberaterin für die Landkreise BGL und TS)

Vor den Osterferien beschäftigten wir, die 3. Klasse in Otting, uns im Fach HSU mit dem Thema „Auge“. Um zu erfahren, wie es jemandem geht, der nicht sehen kann, freuten wir uns sehr auf den Besuch von Frau Lischke am Dienstag, den 5.4.2022. Coronabedingt versammelten wir uns in der Ottinger Turnhalle, um den empfohlenen Abstand wahren zu können. Frau Lischke erschien in Begleitung ihres Mannes, der sie führte und ihr unauffällig alles Wichtige mitteilte, was um sie herum geschah. Gleich zu Beginn ließ Frau Lischke uns wissen, dass sie bereits als kleines Kind erblindete, da sie viel zu früh geboren wurde.

 

Zunächst berichtete sie uns aus ihrem Alltag:
Alles muss seine Ordnung haben. Jeder Gegenstand befindet sich an einem bestimmten Platz. Das Essen ist nach der Uhr (12, 3 und 6 Uhr) auf dem Teller angerichtet. Beim Einschenken von Getränken hilft der „Fingertrick“ am Tassenrand. Eine sprechende Uhr verrät, wie spät es ist und beim Ankleiden unterstützt ein Farberkennungsgerät (das uns aber leider nicht vorgeführt werden konnte). Sehr eindrucksvoll fanden wir, wie man als Blinder Geldstücke nur aufgrund der jeweiligen Randbeschaffenheit erraten kann. Das Erkennen von Geldscheinen ermöglicht eine Faltschablone. Schließlich demonstrierte Frau Lischke, wie sie sich mit ihrem Blindenstock in der Umgebung orientiert. Ohne Probleme fand sie den Weg durch einen von uns aufgebauten Parcour.

 

Über das System der Blindenschrift und Louis Braille hatten wir im Unterricht bereits einiges erfahren. Als Frau Lischke aber ein Gedicht in Blindenschrift ertastete und es uns flüssig vortrug, waren wir doch sehr erstaunt, wie so etwas möglich ist. Mittels einer „Übersetzung“ in Druckschrift durften wir das Gelesene sogar überprüfen. Nun packte Frau Lischke ihre Schreibmaschine aus. Lediglich mit 6 Tasten drückte sie den Namen jedes Schülers auf einen Pappstreifen und überreichte ihn als Erinnerung. Abschließend blieb noch Zeit, alle unsere Fragen zu stellen, die wir vorbereitet hatten.

 

Voller neuer Eindrücke und vor allem durch die Erfahrung reicher, dass Blinde eigentlich ganz normale Menschen sind und auch als solche behandelt werden wollen, überreichten die Klassensprecher ein kleines Dankeschön für diesen lehrreichen und unvergesslichen Vormittag. (S. Geißelbrecht)

 

Letzte Änderung am Dienstag, 26 April 2022 20:39
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