Unser Hochaltar - Teil 7

(Beilage zum Kirchenanzeiger Nr. 25)

 

Gethsemane
ÖlbergszeneAuf der Tafel der Ölbergszene besteht der Himmel, wie auch auf den anderen Tafeln aus gepresstem Gold, auch die Scheiben der Heiligenscheine sind aus gepresstem Gold. Die Jünger schlafen im Vordergrund, auf einer bewaldeten Felskuppe steht der Engel mit dem Kelch der Tröstung. Die Szene ist in heimatliche Gefilde übertragen. Die Ebene im Vordergrund ist Ainring, man sieht den Gaisberg und den Nockstein. Die helle Stadt im Hintergrund ist Salzburg. Hart neben dem Nimbus Christi sind die romanischen Türme des Domes zu erkennen und der Turm rechts dürfte wohl St. Peter zugehören. Der Verräter Judas, von einem kleinen, spindeldürren und giftgrünen Teufel umlauert, naht sich mit den Häschern aus der Umgebung des bayerischen Reichenhall. Über der Szene schweben zwei weißgekleidete Engel, die ein Schriftband tragen, auf dem in altertümlichen Buchstaben und in Latein die Worte geschrieben sind: "Dann ging er ein wenig weiter, warf sich zu Boden und betete, es möge die Stunde, wo möglich, an ihm vorübergehen“ (Markus, Kapitel 14, Vers 35).

 

Kreuztragung
KreuztragungChristus in der Bildmitte ist unter der Last des Kreuzes in die Knie gesunken und stützt sich auf einen großen Stein. Links Veronika mit dem Schweißtuch, darüber Maria und Johannes. Rechts die monumentale Figur eines Schergen, mit geschulterter Lanze. Auf diesem Bild sehen wir die älteste Darstellung von Reichenhall. Ganz links, neben der Klagemauer ragt der Turm der Nikolauskirche empor, rechts daneben die Burg Gruttenstein, darüber die Plainburg (bei Großgmain, heute Reste von Ruinen). Auf dem grell erleuchteten Hügel sind drei Kreuze aufgerichtet. Reichenhall macht, im Gegensatz zum leuchtenden Salzburg, einen düsteren ruinenhaften Eindruck. Das Schriftband über dem Geschehen gibt den Bericht im Johannesevangelium 19, 16 - 17 wider: "So übernahmen sie dann Jesus. Er trug selbst sein Kreuz und ging hinaus zur sogenannten Schädelstätte, die auf Hebräisch Golgatha heißt."
 
Kreuzigung
KreuzigungChristus hängt frontal in der Bildmitte am Kreuz. Die beiden gekreuzigten Schächer sind im Profil widergegeben. Links die trauernde Gruppe um Maria im weißen Mantel, rechts davon vier Reiter, davon der vorderste auf einem Schimmel in Rückenansicht. Ein Engel nimmt die Seele des rechten Schächers - dargestellt als kleines Kind - zu sich in das ihm von Christus verheißene Paradies, und ein Teufel, der auf dem Kreuzbalken sitzt, zerrt die Seele des Unbußfertigen mit sich in die Verdammnis. Der Gebirgsstock im Kreuzigungsbild stellt das Göllmassiv dar. Die Stadt links zwischen Bergflanke und Fluss ist Hallein. In der rechten Bildhälfte neben der Kniekehle des Gekreuzigten ist ein Kirchdorf zu sehen: zwei Gehöfte mit einem viergeschossigem Kirchturm. Guckh hat die realen Naturbilder unserer Heimat, die die Kulisse für das Leiden und die Auferstehung bilden, absichtlich verunklärt. In der Gethsemanetafel ist dem Gaisberg ein weiterer Berg vorgeschoben, bei der Kreuztragung die Bergkulisse stark verändert, in der Kreuzigungsdarstellung sind die Barmsteine versteckt.

 

Auferstehung
AuferstehungChristus steht im tiefroten Mantel vor dem übergroßem Sarkophag. Am Boden um ihn herum liegen die Wächter, einer von ihnen richtet sich erstaunt auf. Hinter dem Grab nähern sich die drei Frauen mit Salbgefäßen und links hinten sehen wir die Figuren von zwei disputierenden Männern. Die Bergkette auf diesem letzten Bild ist eindeutig der Fuderheuberg, der Hochstauten und der Zwiesel. Im Vordergrund die übersteigerte Darstellung Teisendorfs als Kathedrale und Palast (Kirche und Dechanthof). Zwei von den drei Siegeln am Grab zeigen stehende Aktfiguren und stellen wahrscheinlich heidnische Göttinnen dar. Die beiden Engel mit dem Spruchband lassen Paulus in seinem Römerbrief zu Wort kommen: "Christus, von den Toten auferstanden, stirbt nicht mehr; der Tod hat fürder keine Macht mehr über ihn, was lebt, lebt für Gott. Alleluja.".

 

 

 

 


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